In Ostfildern gibt es einen Wechsel in der Jugendvertretung des Gemeinderats. Niklas Binder hat Johannes Dalferth als Jugendsprechender ersetzt, nachdem Dalferth aufgrund seines Studiums in einer anderen Stadt bereits im Oktober 2025 aus dem Gremium ausschied. Oberbürgermeister Christof Bolay vereidigte Binder, der zusammen mit Nina Köhler als Stellvertreter fungiert. Matthias Hornung und Simon Dörfner sind die gewählten Jugendsprecher. Diese Jugendsprechenden haben die Aufgabe, die Interessen ihrer Generation aktiv in den Gemeinderat einzubringen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten nehmen sie an Ausschuss- oder Gemeinderatssitzungen direkt teil, was ihnen ermöglicht, Stellungnahmen vorzubereiten und sich intensiv in die Tagesordnung einzuarbeiten.
Regelmäßige Jugendversammlungen im Zentrum Zinsholz bieten Raum für Diskussionen über aktuelle Themen. Einblicke in wichtige Angelegenheiten der Stadt gelten als Vorteil der Position. Aktuell stehen vor allem die neuen Linienbündel für Busse im Kreis Esslingen, die Sanierung des Hallenbades und die Perspektiven für Sportstätten in Ostfildern auf der Agenda. Insbesondere gibt es Bedenken, dass die neuen Buslinien junge Menschen ohne Auto vom sozialen Leben abtrennen könnten, vor allem in den Stadtteilen Kemnat und Scharnhausen.
Jugendbeteiligung und Mitbestimmung
Die Jugendbeteiligung in Ostfildern ist nicht nur auf die Jugendsprechenden beschränkt. Jugendliche, die sich regelmäßig in Gruppen treffen, haben die Möglichkeit, Themen zu bearbeiten, die sie interessieren. Die Voraussetzungen für die Teilnahme sind offen gestaltet: Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren sowie darüber hinaus sind eingeladen, sich zu engagieren. Die Initiative fördert den Austausch und ermöglicht es, neue Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln.
Das Engagement der Jugendlichen in Ostfildern wird durch die gesetzliche Grundlage für Kinder- und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg gestärkt. Seit 2015 haben Jugendliche das Mitspracherecht bei entscheidenden Themen, die sie betreffen. Die Studie „Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg 2023“ zeigt, dass das Angebot an Jugendbeteiligung in den Kommunen stark gewachsen ist. Der Anstieg von 53 % im Jahr 2018 auf 68 % bis 2024 belegt das zunehmende Interesse an Mitbestimmung.
Die Formen der Jugendbeteiligung sind vielfältig. Neben repräsentativen Vertretungen wie einem Jugendgemeinderat gibt es auch offene, projektbezogene Formate wie Jugendhearing oder Jugendkonferenzen, die zur aktiven Teilnahme einladen und einen Raum für Ideen und Meinungsäußerung schaffen.
In Ostfildern wird der Austausch zwischen den Jugendsprechenden und anderen Jugendvertretungen im Kreis Esslingen gefördert, was die Vernetzung der Jugendlichen weiter stärkt. Die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre Projekte vorzuschlagen und umzusetzen, bildet eine solide Basis für eine aktive und partizipative Jugendarbeit.