Ein tiefgreifender Verlust prägt das Leben einer Mutter aus Esslingen. Sabine Fischer hat ihr kranke Tochter Lenya im Alter von acht Jahren verloren. Diese schmerzhafte Erfahrung hat sie dazu bewegt, anderen trauernden Eltern Unterstützung anzubieten. Eine neue Trauergruppe für Eltern, die ebenfalls ein Kind verloren haben, ist in Planung. Fischer möchte mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass Eltern in ihrer Trauer nicht alleine sind und sich verstanden fühlen.
Der Verlust eines Kindes führt oft zu einem Gefühl der tiefen Einsamkeit und des unermesslichen Schmerzes. Viele betroffene Eltern berichten, dass sie von ihrem Umfeld nicht verstanden werden. Während die persönliche Trauer lange anhalten kann, kehrt die Gesellschaft oftmals schnell zum Alltag zurück. Diese Diskrepanz zwischen individuellem Schmerz und gesellschaftlicher Normalität verstärkt das Gefühl der Isolation.
Unterstützungsangebote für Trauernde
Trauerbegleiter*innen, die speziell ausgebildet sind, bieten eine einfühlsame Unterstützung an. Sie schaffen geschützte Räume, in denen trauernde Eltern offen über ihre Gefühle sprechen können, ohne befürchten zu müssen, beurteilt zu werden. Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern sind ebenfalls von großer Bedeutung, da sie den Austausch mit Gleichgesinnten ermöglichen. Hier haben die Betroffenen die Chance, Verständnis und praktische Bewältigungsstrategien zu finden.
Besonders wichtig sind spezifische Unterstützungsangebote für Eltern, die durch Totgeburt oder Fehlgeburt ein Kind verloren haben. Beratungsstellen und Rituale können helfen, den nicht gelebten Momenten mit dem Kind einen Platz im Herzen zu geben. In Zeiten, in denen persönliche Kontakte schwierig sind, bieten Online-Foren und virtuelle Trauergruppen wertvolle Alternativen, um den Austausch auch aus der Ferne fortzusetzen.
Bei überwältigenden Trauergefühlen wird geraten, professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Studien zeigen, dass eine frühzeitige therapeutische Unterstützung dazu beitragen kann, das Risiko für anhaltende psychische Probleme nach dem Verlust eines Kindes zu verringern. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, die eigene seelische Gesundheit ernst zu nehmen.
Rechtliche und finanzielle Unterstützung
Darüber hinaus gibt es rechtliche und finanzielle Aspekte, die verwitwete oder verwaiste Eltern betreffen. So haben Verwitwete Anspruch auf Hinterbliebenenrenten, während Waisenrente beantragt werden kann, wenn ein oder beide Elternteile verstorben sind. Weitere Informationen zu diesen Unterstützungsangeboten sind auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung verfügbar.
Zusätzlich können verwitwete Elternteile, die als Alleinerziehende gelten, für ihre Kinder Unterhaltsvorschuss erhalten. Obwohl die Hinterbliebenenrente nicht bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt wird, kann sie dessen Höhe beeinflussen. In den ersten beiden Jahren nach dem Tod eines Angehörigen besteht zudem die Möglichkeit, den Splittingtarif für die Steuer zu beantragen.
Für anonymen und kostenlosen telefonischen Beistand für verwitwete Eltern, Waisen und verwaiste Eltern stehen unter anderem die Nummer gegen Kummer sowie die Telefonseelsorge rund um die Uhr zur Verfügung. Diese Angebote spielen eine zentrale Rolle, um trauernden Menschen Unterstützung und Orientierung zu bieten.
Die Initiative von Sabine Fischer ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für die Trauerarbeit zu schärfen und betroffenen Eltern in Esslingen eine Anlaufstelle zu bieten. Der Austausch und die Unterstützung werden als essentielle Elemente für den Umgang mit Trauer und Verlust angesehen.
Weitere Informationen findest du hier: Esslinger Zeitung, Trosthelden und Familienportal.