In Esslingen wird ein neuer Meilenstein für die Schulverpflegung gesetzt: Die Grundschule St. Bernhardt erhält eine eigene Mensa. Diese Entwicklung wurde bereits im Rahmen des Masterplans Grundschulen 2021 angestoßen, um eine optimale Verpflegung für die Schüler:innen zu gewährleisten. Bisher mussten die Kinder im evangelischen Gemeindehaus essen, da die Mensa der benachbarten Hochschule nicht für eine langfristige Nutzung geeignet war. Der Oberbürgermeister Matthias Klopfer betont die Bedeutung einer verlässlichen Mittagspause für die Schüler:innen und hebt hervor, dass die neue Mensa ein wesentlicher Schritt hin zu einem gesunden und angenehmen Schulumfeld ist. Die Planungen sehen vor, dass die Mensa bis Ende 2025 fertiggestellt wird, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden.
Aktuell sind rund 267 Kinder an der Grundschule St. Bernhardt angemeldet, mit einer Prognose von 415 Schüler:innen in naher Zukunft. Der Bau der Mensa wird im Erdgeschoss des Schulgebäudes realisiert, ohne dass ein Neubau notwendig ist. Dazu wird ein ehemaliger Heizungs- und Technikraum umgebaut und als Küche genutzt. Ein Speisebereich im Foyer wird mit 104 Sitzplätzen ausgestattet, wobei die flexible Möblierung verschiedene Anordnungen für Veranstaltungen ermöglicht. Diese Anpassungsfähigkeit ist besonders wichtig, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler:innen gerecht zu werden.
Finanzierung und Umsetzung
Die Gesamtkosten für den Bau der Mensa belaufen sich auf etwa 1,37 Millionen Euro, wobei 577.000 Euro durch Fördermittel gedeckt sind. Die Baukosten beinhalten auch wichtige Sicherheitsmaßnahmen, wie eine neue Außentreppe als Rettungsweg und Brandschutzvorkehrungen. Zudem musste der Stromanschluss verstärkt und zusätzliche Vorhalteräume geschaffen werden, um den modernen Anforderungen gerecht zu werden.
Die Mensa wird auf die steigenden Schülerzahlen ausgelegt und ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27. Dies steht im Einklang mit den bundesweiten Bestrebungen, die Schulverpflegung nachhaltig und gesundheitsfördernd zu gestalten. So haben die Bundesfamilienministerin Lisa Paus und die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger kürzlich die Verwaltungsvereinbarung zum Investitionsprogramm Ganztagsausbau unterzeichnet. Bis Ende 2027 stellt der Bund nahezu drei Milliarden Euro zur Verfügung, um den Ausbau der Ganztagsschulen zu fördern, was auch die Unterstützung für Schulküchen und Mensen einschließt.
Ein gesundes Mittagessen für alle
Die neue Mensa wird nicht nur den Schüler:innen der Grundschule St. Bernhardt zugutekommen, sondern auch den Anforderungen an eine moderne und gesunde Schulverpflegung gerecht. Im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG) sind Ganztagsschulen verpflichtet, ein Mittagessen anzubieten, das sowohl ernährungsphysiologisch als auch ökologisch sinnvoll ist. Der DGE-Qualitätsstandard für Schulverpflegung dient als Empfehlungsrahmen, um den Schulen bei der Umsetzung zu helfen.
Mit der Mensa an der Grundschule St. Bernhardt wird ein weiterer Schritt in Richtung einer verbesserten Schulverpflegung in Esslingen gemacht. Diese Maßnahme ist nicht nur ein Gewinn für die einzelnen Schüler:innen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung und Chancengleichheit. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter diesem Link und hier.
Insgesamt zeigt das Projekt der neuen Mensa, wie wichtig die Integration von gesunder Ernährung in das Schulalltag ist und wie kommunale Investitionen in Bildungseinrichtungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Schüler:innen beitragen können. Die Herausforderungen bei der Umsetzung sind nicht zu unterschätzen, doch der Wille zur Veränderung ist spürbar und wird sicher zu positiven Veränderungen führen.