Die Gemeinde Lichtenwald plant eine Wiederbelebung der Maibaum-Tradition, die tief in der Kultur Baden-Württembergs verwurzelt ist. Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, den Kauf einer Klapphülse für 4.700 Euro zu unterstützen, die als sicherer Stand für den Maibaum dienen soll. Die Gesamtkosten für die Klapphülse sowie die erforderliche Verankerung belaufen sich auf etwa 13.000 Euro. Dank des Engagements des Vereins Maibaumfreunde Lichtenwald, der 8.300 Euro aus Erlösen des Maifests sowie Spenden bereitstellt, könnte diese Tradition bald wieder aufleben.
Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass das Maifest bereits erfolgreich organisiert wurde, um das Aufstellen des Maibaums fortzuführen. Vor einigen Jahren war dieser Brauch ins Stocken geraten, da es an Freiwilligen mangelte, die den Baum aufstellen konnten. Der geplante Klappständer ermöglicht nun ein sicheres Aufstellen des Baums ohne die Gefahren von händischen Verfahren.

Die Kosten für den Klappständer betragen 11.000 Euro, während die Einbaukosten sich auf zusätzliche 5.500 Euro belaufen. Die Finanzierung wird durch Spenden aus der Bürgerschaft und von örtlichen Unternehmen gesichert. Das Maifest erbrachte 4.000 Euro, und eine Internet-Spendenaktion brachte rund 1.900 Euro ein, mit weiteren 2.400 Euro aus diversen Spenden. Darüber hinaus übernimmt ein Bürger die Erdarbeiten und Fundamentierung ehrenamtlich, wobei die Materialkosten von 2.000 Euro ebenfalls in das Budget einfließen.
Bürgermeister Ferdinand Rentschler kündigte an, den geplanten Standort beim Sportplatz zu prüfen, und der beschlossene Betrag von 4.700 Euro wird in den Haushalt 2026 aufgenommen. Der Maibaumständer soll im kommenden Jahr beschafft werden.

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Die Bedeutung des Maibaums

Die Tradition des Maibaumaufstellens reicht bis ins Mittelalter zurück und symbolisiert Leben und Fruchtbarkeit. Der Maibaum, häufig ein geschmückter Baum oder Baumstamm, wird traditionell am 1. Mai oder am Vorabend aufgestellt. Besonders verbreitet ist dieser Brauch in Regionen wie Baden-Württemberg, Bayern und Österreich. Der Aufstellungsort ist oft der Dorfplatz, wo der Baum am oberen Ende mit einem Kranz und einer grünen Baumspitze geschmückt wird. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieser Brauch weiterentwickelt und vereint heidnische sowie christliche Elemente.
Vivat berichtet, dass der Maibaum in seiner heutigen Form seit dem 16. Jahrhundert überliefert ist. Heute ist er häufig mit einem Dorf- oder Stadtfest verbunden, das am 30. April, 1. Mai oder an Pfingsten gefeiert wird.

Ein interessanter Teil der Tradition ist der Brauch des Maibaum-Diebstahls, bei dem benachbarte Dörfer versuchen, den Maibaum zu stehlen. Diese Bäume werden in der Nacht vor dem Aufstellen bewacht, und die Auslösung gestohlener Bäume erfolgt oft mit Naturalien. Wenn der Baum erfolgreich zurückgegeben wird, geschieht dies in einer festlichen Prozession. Der Maibaum bleibt in der Regel bis zum Monatsende oder bis zum Herbst stehen, bevor er entweder umgehauen oder eingelagert wird.