In Leinfelden wird bei der Gestaltung der städtischen Mitte ein neuer Ansatz verfolgt. Wie die Stadtverwaltung von Leinfelden-Echterdingen mitteilt, trifft hier die Wohn- und Gewerbebebauung westlich und östlich der Bahngleise aufeinander, allerdings fehlt bislang eine klare Mitte zwischen diesen beiden Bereichen. Um diese Trennung zu überwinden, plant die Stadt eine umfassende städtebauliche Untersuchung mit dem Titel „Urbane Mitte Leinfelden“, die am Donnerstag, den 2. Oktober 2025, in der Filderhalle, Bahnhofstraße 61, startet.
Das Ziel dieses Projektes ist es, ein lebendiges Zentrum zu schaffen, das die Elemente Wohnen, Arbeitsplätze, Natur, Freizeit und moderne Mobilität vereint. Bürgerbeteiligung spielt dabei eine zentrale Rolle im gesamten Planungsprozess. Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, von 14 bis 17 Uhr an einem Workshop teilzunehmen, der in vier Themengruppen die Entwicklung dieser „Urbane Mitte“ vorantreibt. Vorab ist eine Anmeldung bei Sebastian Käpplinger vom städtischen Planungsamt erforderlich. Anschließend ist ab 18 Uhr eine öffentliche Dialogveranstaltung geplant, bei der die Ergebnisse des Workshops präsentiert und Diskussionen darüber geführt werden können. Hier wird auch Andreas Hofer, der Intendant der IBA’27, einen Impulsvortrag zum Thema „Produktive Stadt“ halten. Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung notwendig.
Städtebauliche Herausforderungen und Ziele
Die Lage und Anbindung von Leinfelden an Stuttgart sind attraktiv und vielversprechend, jedoch stellt die Bahntrasse eine bedeutende städtebauliche Herausforderung dar. Auf der östlichen Seite der Gleise befindet sich ein gewerblicher Bereich, während die westliche Seite von einer kleinteiligen Stadtstruktur mit Wohnnutzung sowie dem denkmalgeschützten alten Rathaus geprägt ist. Die Stadt verfolgt das ambitionierte Ziel, ein neues, verbindendes Zentrum unter dem Konzept „Urbane Mitte Leinfelden – Sprung über die Gleise“ zu entwickeln.
Ein zentrales Entwicklungsfeld bildet das Bosch-Areal im Gewerbegebiet, welches in einen urbanen Campus transformiert werden soll. Die geplante Osttangente wird dazu beitragen, die verkehrliche Erschließung zu verbessern, und die Aufwertung der Zwischenräume beidseits der Gleise soll zu einer hohen Aufenthaltsqualität und der Stärkung der urbanen Identität führen. Zudem ist eine neue Nutzung des denkmalgeschützten Rathauses am Alten Markt vorgesehen, um die westliche Innenstadt zu beleben.
Nachhaltigkeit und lebenswerte Stadtentwicklung
Im Rahmen der Stadtentwicklung spielen Nachhaltigkeit und die Schaffung lebenswerter Siedlungen eine wichtige Rolle. Die Anforderungen an eine nachhaltige Stadtgestaltung sind vielfältig und umfassen die Berücksichtigung der Wohnbedürfnisse, die Schaffung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie den Umweltschutz. Daher ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Planungsteams, Stadtvertretern und weiteren Akteuren unerlässlich. Hierbei wird auf die Methoden des kooperativen Verfahrens gesetzt, um ein stimmiges und zukunftsfähiges Planungskonzept zu entwickeln.
Die Stadtentwicklung umfasst außerdem die Bauleitplanung für Wohnen, Gewerbe und Infrastrukturen sowie die städtebauliche Sanierung älterer Stadtteile. Förderprogramme unterstützen die Aufwertung von Stadtquartieren, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und die Verbesserung der Infrastruktur. Diese Maßnahmen sollen die Lebensqualität erhöhen und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck der Stadt reduzieren.
Insgesamt zeigt sich, dass die Entwicklung der „Urbane Mitte Leinfelden“ nicht nur eine Antwort auf städtebauliche Herausforderungen bietet, sondern auch eine wegweisende Position zur Förderung einer nachhaltigen und lebenswerten Stadt einnimmt. Weitere Informationen sind auf den offiziellen Webseiten zu finden: Leinfelden-Echterdingen, FSW und Umweltbundesamt.