In Leinfelden-Echterdingen unterrichtet Amir Shkify, ein aus Syrien geflüchteter Deutschlehrer, an der Volkshochschule (VHS) seine Schüler in der deutschen Sprache. Nach seiner Ankunft in Deutschland im Jahr 2015 hat Shkify nicht nur seine eigene Sprachkompetenz entscheidend erweitert, sondern auch ein neues Leben für sich und seine Familie aufgebaut. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern in Leinfelden-Echterdingen und hat in Deutschland ein Lehrerstudium mit einem bemerkenswerten Notendurchschnitt von 1,3 abgeschlossen. Seine Schüler kommen aus verschiedenen Ländern, darunter Russland, Kosovo, Griechenland, Sri Lanka, die Philippinen, die USA und die Ukraine. Shkify legt besonderen Wert auf die korrekte Aussprache und das Formulieren vollständiger Sätze, da er die Bedeutung der Sprache für Migranten betont. Er weiß, dass viele von ihnen Hilfe benötigen, um sich in der neuen Heimat zurechtzufinden.

Shkify arbeitet zudem als Sozialarbeiter für die AWO und betreut dort 100 Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft. Seine persönliche Erfahrung als Geflüchteter gibt ihm eine besondere Perspektive, die er in seinen Unterricht einbringt. Er träumt oft auf Deutsch und empfindet Deutschland mittlerweile als sein Heimatland. Diese Identifikation mit der deutschen Sprache und Kultur ist für Shkify und seine Schüler von großer Bedeutung, insbesondere in Anbetracht der aktuellen Herausforderungen, mit denen Migranten konfrontiert sind.

Herausforderungen durch Kürzungen

Aktuell sieht sich die VHS Leinfelden-Echterdingen mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) hat die Finanzierung von Deutschkursen für bestimmte Migrantengruppen, darunter Asylbewerber, Geduldete und einige Unionsbürger, eingestellt. Diese Entscheidung führt dazu, dass etwa 30 bis 40 Prozent der bisherigen Teilnehmenden nicht mehr zugelassen werden können, was sowohl Einnahmeausfälle als auch geplante Kurse mit weniger Teilnehmenden zur Folge hat. Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell äußerte, dass die Entscheidung überraschend kam und große Auswirkungen auf die Integrationsarbeit vor Ort hat.

Insgesamt ist die Sprachförderung von zentraler Bedeutung für die Integration von Geflüchteten und Zugewanderten. Die Bundesregierung hat sich durch verschiedene Maßnahmen verpflichtet, die Integration dieser Gruppen zu unterstützen. Dazu gehören Sprachvermittlungsangebote, die Eingliederung in Ausbildung und Arbeitsmarkt sowie Programme zur gesellschaftlichen Teilhabe. Besonders gefördert werden vulnerable Gruppen wie Frauen, Kinder und unbegleitete Geflüchtete. Diese Initiativen sind wichtig, um den Menschen zu helfen, ein neues Leben in Deutschland aufzubauen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Rolle der Sprache in der Integration

Sprache spielt eine entscheidende Rolle für Bildung, Qualifizierung und Beschäftigung. Sie ermöglicht nicht nur die kommunikative Teilhabe, sondern fördert auch die individuelle Entfaltung. Umfassende Sprachbildung ist wichtig in der Erwachsenenbildung und sollte flexibel gestaltet werden, um den vielfältigen Bedürfnissen der Lernenden gerecht zu werden. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise wird die frühe Sprachvermittlung gefördert, um die Chancengleichheit zu stärken und die Teilhabe aller Menschen zu ermöglichen. Programme wie „Basissprachkurse zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen“ ergänzen die bestehenden Angebote und zielen darauf ab, Sprachbarrieren zu überwinden.

Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Vielfalt ist ein zentraler Aspekt der Bildungsarbeit. Sprachliche Förderung muss alltagsintegriert und ressourcenorientiert gestaltet werden, um den Anforderungen von Kindern und Erwachsenen mit Migrationshintergrund gerecht zu werden. Die Bedeutung der Mehrsprachigkeit wird zunehmend erkannt, da sie nicht nur individuelle Entwicklung und Dialogfähigkeit fördert, sondern auch soziale und ökonomische Perspektiven eröffnet.

Wir befinden uns in einem dynamischen Umfeld, in dem die Herausforderungen der Integration von Geflüchteten und Migranten weiter bestehen bleiben. Die Arbeit von engagierten Lehrkräften wie Amir Shkify ist von unschätzbarem Wert, und es ist wichtig, dass die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um jedem die Möglichkeit zu geben, in Deutschland anzukommen und sich zu integrieren. Weitere Informationen zu den Maßnahmen der Bundesregierung zur Sprachförderung und Integration finden Sie hier und zu den Programmen in Nordrhein-Westfalen hier.