Die Datagroup SE wird zum 27. Februar 2026 aus dem Segment m:access (Freiverkehr) der Börse München genommen. Der Widerruf erfolgt auf Antrag des Unternehmens, wobei die Notierungseinstellung in München für den 30. Juni 2026 vorgesehen ist. Aktuell liegt der Aktienkurs von Datagroup bei 70,60 Euro, was einem Anstieg von 0,43 Prozent entspricht. Hintergrund dieses Schritts sind die Pläne von Kohlberg Kravis Roberts & Co L.P (KKR), ein öffentliches Angebot zum Kauf aller ausstehenden Aktien von Datagroup ins Leben zu rufen. Der angebotene Preis liegt bei 54,00 Euro je Aktie, was einen Aufschlag von 33 Prozent auf den vorherigen Schlusskurs bedeutet, wie 4investors berichtet.

Vorstand und Aufsichtsrat von Datagroup haben der Investorenvereinbarung bereits zugestimmt und empfehlen den Aktionären, das Angebot anzunehmen. Besonders auffällig ist, dass Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats planen, alle ihre Aktien an KKR anzubieten. Der bisherige Großaktionär, die HHS Beteiligungsgesellschaft von Max Schaber, hat ebenfalls eine Vereinbarung mit KKR getroffen, die darauf abzielt, die gemeinsame Kontrolle von Datagroup als mittelbare 50:50 Aktionäre zu erreichen.

Details zur Übernahme

KKR hat mittlerweile 5.593.847 Aktien gesichert, was 67 Prozent der Anteile ausmacht. Vor der versüßten Offerte lagen bereits 59,4 Prozent der Aktien zur Annahme vor, lediglich 7,6 Prozentpunkte kamen durch die neue Offerte hinzu. Die Börsenzeitung hebt hervor, dass KKR bei Erreichen von 80 Prozent den Angebotspreis auf 56,50 Euro und bei 90 Prozent auf 58 Euro pro Aktie erhöht hätte. Der Börsenwert des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf rund 500 Millionen Euro, was die Bedeutung der Übernahme unterstreicht, da die Aktie auf ein Plus von 1,9 Prozent reagierte und nun bei 59,40 Euro steht.

Die Geschäftsführer und Großaktionäre haben die Annahme der Offerte eindrücklich empfohlen. Max Hans Hermann Schaber, der Aufsichtsratschef und Gründer, behält auch nach der Übernahme eine maßgebliche Rolle und Kontrolle über Datagroup, mit einem Anteil von 54,5 Prozent. Er betrachtet das geplante Delisting als bedeutenden Schritt für Datagroup und die Partnerschaft mit KKR.

Regulatorischer Rahmen und Delisting

Das Delisting, also der Rückzug von der Börse, wird nach der Abwicklung des Angebots eingeleitet, wobei der Zeitpunkt von den regulatorischen Freigaben abhängt. Unternehmen im Freiverkehr, wie Datagroup, unterliegen nicht dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG), welches von der BaFin überwacht wird. Diese hat seit 2002 die Aufgabe, Übernahmen von börsennotierten Unternehmen in Deutschland zu regeln. Delisting-Erwerbsangebote sind ein Spezialfall und können mit Pflicht- oder Übernahmeangeboten kombiniert werden, wobei die BaFin die Vollständigkeit der Angebotsunterlagen prüft und Angebote gegebenenfalls untersagen kann, wie auf der Seite der BaFin dargelegt ist.

Nach Angaben der Börsenzeitung wird KKR eine langfristige Zusammenarbeit mit Datagroup anstreben, wobei Vorstandsvorsitzender Andreas Baresel plant, das IT-Service-Portfolio mit künstlicher Intelligenz zu erweitern. In den letzten zehn Jahren haben sich über 1.600 börsennotierte europäische Unternehmen nach Übernahmen von der Börse zurückgezogen, was die Relevanz der aktuellen Entwicklungen umso mehr unterstreicht.