Im Gemeinderat von Köngen wurde in der jüngsten Sitzung am 31. Januar 2026 über verschiedene Themen beraten, darunter die viel diskutierte Frage einer verkehrsberuhigten Schulzone. Die Stadt sieht sich, ähnlich wie viele Regionen in Deutschland, mit der Problematik von Elterntaxis konfrontiert, die in erheblichem Maße zur Gefährdung von Schülerinnen und Schülern beitragen. Diese Thematik gewinnt auch durch die Schaffung von Schulstraßen an Bedeutung, um die Sicherheit vor den Schulen zu erhöhen.

Der Entwurf des Haushalts 2026 weist einen Fehlbetrag von fast drei Millionen Euro auf. In diesem Rahmen beantragte die SPD eine globale Minderausgabe von 5 % für Sach- und Dienstleistungen, die jedoch keine Mehrheit fand. Auch andere Anträge der SPD, wie ein Zuschuss für die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft, wurden abgelehnt. Hingegen fand der Antrag der Grünen zur Einrichtung einer „Bibliothek der Dinge“ Zustimmung, jedoch mit einem Sperrvermerk, bis Haftungsfragen geklärt sind.

Verkehrssituation und Elterntaxis

Die Diskussion um die Schulstraße bei der Mörike-Grundschule spiegelt die Herausforderungen wider, die viele Schulen in Deutschland erkennen. Ein Verkehrsplaner wird beauftragt, die Situation eingehend zu analysieren. Der Hintergrund ist alarmierend: Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2024 über 27.000 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren bei Verkehrsunfällen verletzt, wobei viele der Unfälle durch den hohen Verkehr vor Schulen begünstigt werden. Verkehrsexperten warnen vor den Gefahren des Elterntaxis, die für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, eine erheblichen Risiko darstellen. Zu schnelles Fahren, unzureichende Abstände und gefährliche Wendemanöver sind nur einige der aufgelisteten Gefahren. Initiativen zur Bekämpfung des Problems sind in Städten wie München und Augsburg bereits im Gange, wo unter anderem „Walkingbus“-Programme eingeführt werden.

Die Sorge um die Verkehrssicherheit vor Schulen wird auch von einem hohen Verkehrsaufkommen und Staus begleitet. Laut einer ADAC-Umfrage bringen 19 % der Eltern ihr Kind täglich mit dem Auto zur Schule, viele aus praktischen Gründen wie Terminen oder wegen des Wetters. Trotzdem empfinden 35 Prozent der Eltern, die auf das Elterntaxi setzen, diese Praxis als gefährlich. Dies zeigt deutlich, dass es auch im Umfeld der Schule ein anhaltendes Bewusstsein für die Risiken gibt, selbst wenn viele Eltern sich aufgrund von Zeitmangel und anderen Faktoren für das Auto entscheiden.

Ausblick auf neue Projekte

Die Koalition in Köngen plant darüber hinaus, die Nachtwanderer-Initiative zu reaktivieren und die Jugendarbeit in der Gemeinde zu stärken. Für den neuen Festplatz, für den im Haushalt 2026 400.000 Euro eingeplant sind, wird die Umsetzung für die Jahre 2027 bis 2028 angestrebt. Dieses Vorhaben könnte nicht nur die Infrastruktur vor Ort verbessern, sondern auch zu einer Stärkung des sozialen Lebens in der Gemeinde beitragen.

Die CDU und die Freien Wähler haben sich in dieser Sitzung nicht mit eigenen Haushaltsanträgen beteiligt, kündigten jedoch an, über den westlichen Ortseingang und den neuen Festplatz zu diskutieren. Die Entwicklungen in Köngen können als Teil eines größeren Trends gesehen werden, der die Sicherheitslage an Schulen in ganz Deutschland betrifft, wo immer mehr Gemeinden Lösungen suchen, um die Sicherheit von Kindern beim Schulweg zu erhöhen.

In Anbetracht der Herausforderungen und der aktuell diskutierten Lösungsansätze bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Köngen entwickeln wird. Es ist zu hoffen, dass durch die Einrichtung einer Schulstraße und andere Maßnahmen die Sicherheitslage für Schülerinnen und Schüler nachhaltig verbessert werden kann, um ihre Wege zur Schule sicherer zu gestalten.

Für weitere Informationen zu den Themen Schulstraßen und Verkehrssicherheit verweisen wir auf die Berichterstattung von esslinger-zeitung.de, br.de und deutschlandfunk.de.