Die Publikation „Die Macht der Big Four“ vom Forum Fairer Handel hat einen umfassenden Überblick über die Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gegeben. Laut den Erkenntnissen kontrollieren die vier großen Supermarktketten Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) rund 85% dieses Marktes. Die Monopolkommission hat in einem Sondergutachten festgestellt, dass diese hohe Marktkonzentration gestiegene Preise zur Folge hat, die vor allem zulasten der Verbraucher und der Bauern gehen, die kaum von den erhöhten Lebensmittelpreisen profitieren. Experten weisen auf einen alarmierenden Rückgang des Wettbewerbs hin, was die Einkaufspreise für die Konsumenten stark ansteigen lässt, während die Gewinnmargen der Supermarktketten seit über zehn Jahren weiter steigen.

Die Veröffentlichung beschreibt zudem die Kontrolle der Lebensmittellieferketten durch die führenden Einzelhändler und untersucht die Frage, ob die Preise im Lebensmitteleinzelhandel tatsächlich auch günstige Angebote für die Verbraucher ermöglichen. Diese Probleme haben in der Vergangenheit bereits zu Protesten von Bauern geführt, was schließlich zur Beauftragung der Monopolkommission durch die frühere Bundesregierung (SPD, Grünen, FDP) im Jahr 2024 führte. Der Leiter der Monopolkommission, Tomaso Duso, äußerte sich besorgt über die Macht der Supermarktketten, die zulasten der Verbraucher zugenommen hat.

Folgen für Fairen Handel und Lieferanten

Ein zentrales Thema der Publikation ist die Frage der Auswirkungen auf Lieferanten und den fairen Handel. Die Kontrolle der großen Ketten könnte auch die Bedingungen für Produzent*innen, die faire und nachhaltige Produkte anbieten möchten, negativ beeinflussen. Empfehlungen für nachhaltigere Lebensmittellieferketten wurden im Bericht formuliert, um einen faireren Handel zu fördern. Der Untersuchung zufolge gelangen Produkte, die unter gesundheitsschädlichen Bedingungen hergestellt werden, auch auf den deutschen Markt, was die Dringlichkeit der angesprochenen Themen unterstreicht.

Zusätzlich gibt es eine bedeutende Verbindung zur Sternsingeraktion, die vom 3. bis 5. Januar in Köngen stattfand. Über 60 Kinder beteiligten sich und sammelten Spenden in Höhe von 11.323,31 Euro. Diese Aktion thematisierte Kinderarbeit und die Rechte von Kindern weltweit, wobei Bildungsmaterialien zur Verfügung gestellt wurden, um die Ursachen von Kinderarbeit zu beleuchten. Die Spenden werden in Hilfsprojekte für Kinder in rund hundert Ländern fließen und stehen im Einklang mit den Grundsätzen des Fairen Handels, insbesondere dem Recht auf Bildung und Freizeit.

Marktanalyse und Wettbewerb

Der Lebensmitteleinzelhandel gilt als umsatzstärkste Branche im deutschen Einzelhandel und umfasst Handelsunternehmen, die hauptsächlich Lebensmittel und Near-Food-Produkte anbieten. Die verschiedenen Betriebsformen, die im stationären Einzelhandel vorkommen, sind unter anderem Supermärkte, Discounter, Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser. Discounter wie Aldi und Lidl sind dabei besonders marktstark. Die Edeka-Gruppe, zu der auch Netto Marken-Discount gehört, sowie die Rewe-Gruppe (Rewe und Penny) sind die führenden Einzelhändler in Deutschland.

Die Monopolkommission hat hinsichtlich der Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel die Notwendigkeit einer stärkeren Fusionskontrolle betont. Das Bundeskartellamt soll Maßnahmen zur Überwachung des Wettbewerbs ergreifen, insbesondere, da bei der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka im Jahr 2016 bereits fragwürdige Zusammenschlüsse nicht ausreichend verhindert wurden. Kritiker argumentieren, dass die derzeitige Konkurrenzsituation im LEH nicht ausreiche, um die Interessen der Verbraucher zu schützen.

Insgesamt wirft die Diskussion um die Marktmacht der großen Supermarktketten wichtige Fragen zu Preisen, Lieferkonditionen und Ethik im Handel auf und legt den Finger in die Wunde eines Systems, das zunehmend von einer Handvoll Akteure dominiert wird. Der Veranstaltungsraum im Weltladen bietet umfassende Informationen zu diesen Themen und kann von interessierten Verbrauchern und Fachleuten genutzt werden.