Der tägliche Schulweg hat nicht nur Einfluss auf die Mobilität von Kindern, sondern auch auf deren Sicherheit und Selbstbewusstsein. Immer wieder wird festgestellt, dass der hohe Anteil an Elterntaxis vor Schulen gefährliche Situationen schafft. Um dem entgegenzuwirken, setzt die baden-württembergische Landesregierung auf Schulstraßen und Schulzonen. Diese neuen verkehrsberuhigten Bereiche sollen den Schulweg für Schülerinnen und Schüler sicherer gestalten. Der Erlass, der seit August 2025 in Kraft ist, gibt Kommunen eine klare rechtliche Grundlage, um Schulstraßen und -zonen zu implementieren. Verkehrsminister Winfried Hermann stellt klar, dass die Gefahren durch Stau vor Schulen ernst genommen werden müssen.
Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung 2024 wird die Umsetzung dieser Initiativen erleichtert. Der Minister betont die Notwendigkeit der konsequenten Maßnahmen, um die Sicherheit auf Schulwegen langfristig zu verbessern. Ein umfassendes Unterstützungsangebot, das von einem Beratungsprogramm bis hin zu einem neuen Leitfaden reicht, steht Kommunen zur Verfügung. Dies wurde von movers-bw.de ergänzt, das erklärt, dass Schulstraßen nicht nur für mehr Sicherheit sorgen, sondern auch die Aufenthaltsqualität im Schulumfeld verbessern.
Vorteile von Schulstraßen und -zonen
Schulstraßen und Schulzonen tragen wesentlich zur Sicherheit und zur Eigenständigkeit von Kindern bei. Sie schaffen nicht nur einen geringeren motorisierten Verkehr zu bestimmten Zeiten, sondern fördern auch eine verkehrsberuhigte Umgebung, die die Lebensqualität der Nachbarschaft steigert. Weniger Verkehr bedeutet weniger Lärm und Emissionen, was besonders den Anwohnern zugutekommt. Aktuell sind Schulwegpläne seit dem Schuljahr 2021/2022 verpflichtend, wobei bereits 85% der Schulen in Baden-Württemberg solche Pläne erstellt haben.
Ein weiterer Aspekt ist die Mobilitätswende, die durch Schulstraßen unterstützt wird. In den Jahren 2022 bis 2024 wurden insgesamt 1.158 Schulunfälle dokumentiert, wobei es 2024 mit 378 Unfällen etwas Rückgang gab, verglichen mit 423 im Jahr 2023 und 357 im Jahr 2022. Um diese positive Entwicklung weiter voranzutreiben, bietet der Erlass praxisnahe Grundlagen für die Planung und Umsetzung von Schulstraßen, sowie Hilfestellungen für die Kommunen in Form von Kommunikationsvorlagen und Evaluationshilfen.
Unterstützung durch MOVERS
Das Landesprogramm MOVERS bündelt Aktivitäten mehrerer Ministerien zur Förderung sicherer Schulwege und unterstützt Schulen sowie Kommunen von der Planung bis zur Umsetzung. Mit über 1.000 Beratungsterminen seit 2022 stehen 28 Berater zur Verfügung, um Maßnahmen in diesem Bereich zu begleiten. Darüber hinaus konnte die Öffentlichkeitsarbeit von MOVERS mehr als 300.000 Kinder erreichen, was die Relevanz und den Erfolg der Initiative unterstreicht.
Die Initiativen zur Schaffung von Schulstraßen und -zonen sind jedoch nicht nur auf Baden-Württemberg beschränkt. So gibt es in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein bereits umfassende Handlungsempfehlungen zu diesem Thema. Diese bundesweite Bewegung, auch unterstützt von Organisationen wie dem Kidical Mass Aktionsbündnis, verdeutlicht, dass Schulstraßen als Schlüssel für sichere Schulwege und zur Mobilitätswende angesehen werden.
Um Kommunen bei der Anwendung dieser Konzepte zu helfen, wurde am 24. Juni 2025 ein umfassendes Rechtsgutachten und ein aktualisierter Leitfaden veröffentlicht. Diese Materialien stellen sicher, dass Schulstraßen rechtssicher umgesetzt werden können. Beispielsweise wurden bereits in Städten wie Köln, Berlin und Leipzig erfolgreiche Schulstraßenprojekte realisiert.
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Kombination aus rechtlicher Unterstützung, praktischen Leitfäden und kommunaler Zusammenarbeit einen wichtigen Schritt in Richtung einer sicheren und kindgerechten Mobilität darstellt. Die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen ist nötig, um die Verkehrssicherheit für Kinder nachhaltig zu verbessern und sie in ihrer Eigenständigkeit zu fördern.