Am 23. Januar 2026 wurde das neue Regenüberlaufbecken (RÜB) in Nabern offiziell eingeweiht, ein bedeutendes Projekt des Gruppenklärwerks Wendlingen (GKW). Dieses Vorhaben hebt sich als das größte Bauprojekt im Bereich der Mischwasserbehandlung des GKW hervor und hat das Ziel, eine zukunftssichere Abwasserentsorgung für die Gemeinden Bissingen an der Teck, Dettingen an der Teck und Nabern zu gewährleisten. Die gesamte Investitionssumme beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro, wovon 1,6 Millionen Euro als Fördermittel vom Land Baden-Württemberg bereitgestellt wurden.

Das neue RÜB verfügt über ein Speichervolumen von mehr als 2.600 m³ und ergänzt ein bestehendes Becken, sodass die Gesamtkapazität auf fast 3.000 m³ erhöht wird. Eine neue 2,2 Kilometer lange Verbindungstrasse sorgt dafür, dass das Abwasser effizient zum GKW Wendlingen geleitet wird. Das System ist nicht nur auf Energieeffizienz ausgelegt, sondern gewährleistet auch eine hohe Betriebssicherheit, indem das kleinere Bestandsbecken bei Regenereignissen genutzt wird. Darüber hinaus wurde die Einleitstelle naturnah und hydraulisch günstig gestaltet, um den Jauchertbach zu schützen.

Interkommunale Kooperation und Klimaschutz

Ein wichtiges Element dieses Projekts ist die Stilllegung der alten Sammelkläranlage Bissingen-Nabern, die durch die Behandlung des Abwassers in Wendlingen ersetzt wird. Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader betonte bei der Einweihung die Bedeutung unsichtbarer Infrastrukturen für Klima- und Umweltschutz. Das Projekt dient als Beispiel dafür, wie Tiefbaumaßnahmen zur Klimaanpassung und zum Gewässerschutz beitragen können.

Die Projektvorbereitung begann bereits 2017 und die tatsächlichen Bau- und Inbetriebnahmephase erfolgten zügig und in enger Zusammenarbeit. Bürgermeister Rainer Haußmann von Dettingen bezeichnete das Vorhaben als einen „4-fach-Win“ für die beteiligten Kommunen und das GKW. Jens Fritz, Bürgermeister von Bissingen, hob die gemeinsame Abwägung für eine zukunftsfähige Lösung hervor. Rainer Hauff, Geschäftsführer des GKW, betonte die reibungslose Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, was die Vorteile interkommunaler Kooperation sichtbar macht.

Ansätze zur Abfall- und Abwasserwirtschaft

Die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit wird auch in anderen Bereichen wie der Abfallentsorgung deutlich. Diese bietet zahlreiche Chancen, wirtschaftliche Betriebsgrößen für die umweltgerechte Abfallverwertung zu schaffen. Zudem sind viele kommunale Aufgaben, wie die gemeinsame Betreuung von Kläranlagen, besonders geeignet für solche Kooperationen. Dies zeigt sich auch in verschiedenen Anwendungsgebieten: von Raumentwicklung über gemeinsame Dienststellen bis hin zu Energieprojekten und Klimaschutzmaßnahmen. Denn eine nachhaltige Abfallwirtschaft gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz umfasst eine fünfstufige Handlungshierarchie, die alle Kommunen ermutigt, klimafreundliche Ansätze zu verfolgen.

Die Optimierung der Abwasserwirtschaft beinhaltet Maßnahmen zur Energieeinsparung und die Schaffung regenerativer Energien. Projekte wie das neue RÜB in Nabern bilden eine solide Grundlage, um in Zukunft sowohl den Anforderungen an die Abwasserentsorgung als auch den Klimazielen gerecht zu werden.

Das GKW Wendlingen versorgt mittlerweile rund 250.000 Menschen in den Landkreisen Esslingen, Göppingen und Reutlingen und ist somit ein entscheidender Akteur in der regionalen Infrastruktur.

Die Einweihung des neuen Regenüberlaufbeckens, die nicht nur ein technisches Meisterwerk darstellt, sondern auch das Engagement der Gemeinden für nachhaltige Lösungen zur Abwasserentsorgung unterstreicht, zeigt wie interkommunale Zusammenarbeit effizient und umweltbewusst umgesetzt werden kann.

Für mehr Informationen besuchen Sie die Seiten Kirchheim Teck, Stmi Bayern, und Leitfaden Kommunaler Klimaschutz.