In Baden-Württemberg startet am 5. Januar 2026 der Mikrozensus, eine bedeutende Befragung, die bereits seit 1957 durchgeführt wird. Rund 62.000 Haushalte werden in diesem Jahr befragt, um umfassende Daten zu Bildungsabschlüssen, Erwerbstätigkeit und Familienstand zu erheben. Diese Informationen sind nicht nur für politische Entscheidungsträger in Ministerien und Parlamenten von großer Bedeutung, sondern auch für die Wirtschaft und das soziale Gefüge des Landes. Die Ergebnisse helfen dabei, die Lebensbedingungen der Haushalte zu verstehen und Bereiche zu identifizieren, in denen Verbesserungen notwendig sind, etwa in den Bereichen Beschäftigung, Ausbildung und soziale Ausgrenzung. Neben den bisherigen Themen werden 2026 auch Fragen zur Wohnsituation, Wohnkosten und Barrierefreiheit ergänzt.

Die Teilnahme am Mikrozensus ist für alle Altersgruppen verpflichtend, und die Vertraulichkeit sowie der Schutz personenbezogener Daten sind dabei gewährleistet. Nach der Dateneingabe erfolgt eine Anonymisierung, sodass die Privatsphäre der Befragten geschützt bleibt. Die Auswahl der befragten Haushalte erfolgt durch ein mathematisches Zufallsverfahren, was die Repräsentativität der Daten sichert. Die Befragung erstreckt sich in der Regel über vier aufeinanderfolgende Jahre, wobei die Haushalte ein Anschreiben mit Zugangsdaten zur Online-Meldung erhalten. Alternativ können sie auch an einem Telefoninterview teilnehmen oder einen Papierbogen ausfüllen. Eine volljährige Person kann für alle Haushaltsmitglieder Auskunft geben. Bei Fragen können Interessierte das Statistische Landesamt unter der Telefonnummer 0711 641-2565 kontaktieren. Weitere Informationen sind auf der Mikrozensus-Homepage des Statistischen Verbundes verfügbar.

Wichtige Daten und Informationen

Der Mikrozensus liefert nicht nur detaillierte statistische Angaben zur Struktur und zur wirtschaftlichen sowie sozialen Lage der Bevölkerung in Deutschland, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur wissenschaftlichen Analyse. Jährlich nehmen etwa 370.000 Haushalte mit rund 810.000 Personen an der Befragung teil. Diese umfassenden Daten unterstützen Journalistinnen und Journalisten bei einer faktenbasierten Berichterstattung und fördern die Transparenz in der politischen Diskussion. Auf EU-Ebene ermöglichen die international vergleichbaren Ergebnisse des Mikrozensus eine gerechte Verteilung von Geldern aus den Regional- und Sozialfonds der EU.

Zusätzlich zum Mikrozensus wird auch die laufende Haushaltsbefragung (LWR) durchgeführt. Diese freiwillige Befragung dokumentiert die Einnahmen und Ausgaben von Haushalten, wobei insbesondere selbstständige oder freiberufliche Haushalte, Mehrgenerationenhaushalte und Familien mit volljährigen Kindern gesucht werden. Die Teilnahme an der LWR ist sowohl digital über eine App als auch auf Papier möglich, und für eine vollständige Teilnahme gibt es eine Geldprämie von 90 Euro. Weitere Informationen und das Teilnahmeformular sind online unter www.lwr.de verfügbar.

Relevanz der Daten

Die Ergebnisse des Mikrozensus sind nicht nur für politische Planungen und Entscheidungen von Bedeutung, sondern auch für die Analyse kleinerer Subpopulationen, wie etwa Migrations- oder Berufsgruppen. Die hohe Kontinuität des Erhebungsdesigns ermöglicht es, Querschnitts- und Trendanalysen durchzuführen, die für die Gesellschaft von großer Relevanz sind. Seit 2020 werden zudem EU-weite Befragungen zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) durchgeführt, und seit 2021 fließen auch Fragen zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die Erhebung ein. Diese umfassenden Daten sind auch eine wichtige Quelle für die Sozialwissenschaft und ermöglichen internationale Vergleiche, da es entsprechende Standards gibt.