Willy, ein kleiner Igel aus Hochdorf, hat trotz schwerer Verletzungen dank der unermüdlichen Arbeit von Igelrettern überlebt. Im vergangenen Jahr geriet er in einen Balkenmäher und erlitt dadurch Schnittverletzungen am Hals, Kopf und Bauch. Seine Finder brachten ihn zu einer Tierärztin, wo seine Wunden genäht und umfassend behandelt wurden. Der Hochdorfer Igelexperte, der sich seit über zehn Jahren um verletzte Igel kümmert, übernahm die Pflege von Willy und verabreichte ihm Antibiotika sowie eine Behandlung gegen Parasiten. Inzwischen wurde Willy nach Bayern zu einer spezialisierten Tierärztin gebracht, die ihn erfolgreich operierte. Wie schwaebische.de berichtet, gehört Willy zu vielen Igeln, die durch Verkehrsunfälle, Rasenroboter und Maschendrahtzäune verletzt werden.

Maschendrahtzäune stellen für Igel eine besondere Gefahr dar, da sie sich darin verfangen können. Zudem erzielen aufgeräumte Gärten oft ein Mangel an Nahrung, da die ökologische Nahrungsgrundlage abnimmt. Früher ernährten sich Igel hauptsächlich von Käfern, heute sind es überwiegend Schnecken, die jedoch Innenparasiten übertragen können. Die Notwendigkeit, unter Zäunen hindurchzukommen, wird zusätzlich durch deren Höhe erschwert: Igel benötigen mindestens einen Platz von 12 cm. Ähnlich problematisch ist der Zugang zu Wasser, da viele Igel dehydriert in die Auffangstation kommen. Laut dem Igelhilfeverein Weißenhorn, der sich seit seiner Gründung im Frühjahr 2022 um den Schutz und die Pflege von Igeln kümmert, ist auch Milch schädlich für die Tiere und kann zu lebensbedrohlichem Durchfall führen. Stattdessen wird Katzentrockenfutter empfohlen.

Die Situation in der Igelstation

In der Hochdorfer Igelstation wohnen momentan 25 Igel, die in Papphäuschen untergebracht sind. Die Temperatur in der Station wird konstant bei 20 Grad gehalten. Die Tiere werden täglich gewogen, um ihren Gesundheitszustand zu dokumentieren. Besonders verletzte Igelbabys werden alle zwei Stunden gefüttert, während eine kranke Igelmutter vor kurzem fünf Junge zur Welt brachte. Die Hauptwurfzeit der Igel liegt zwischen Ende Juli und Ende September. In dieser Zeit kommt es häufig dazu, dass Mütter ihre unterernährten Jungtiere zurücklassen.

Die Igelhilfeverein Weißenhorn nimmt keine staatliche Unterstützung in Anspruch und ist auf Spenden angewiesen. Unterstützer können via Betterplace, PayPal oder direkt auf einem Spendenkonto zur Rettung der Igel beisteuern. Der Verein bietet außerdem eine telefonische Notfallnummer, die fast rund um die Uhr erreichbar ist und bei der Erstversorgung von verletzten Igeln hilft. Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich als Mitglied engagieren oder zu den Igelsprechstunden im Tierheim Weißenhorn kommen, die zweimal wöchentlich stattfinden.

Willy hat es geschafft, nach zweieinhalb Monaten zur kontrollierten Auswilderung in sein Revier zurückzukehren. Doch der Hochdorfer Igelexperte wird altersbedingt bald aufhören müssen, Igel aufzunehmen. Die Arbeit des Igelhilfevereins wird daher umso wichtiger, um die verletzten Igel weiterhin zu retten und zu versorgen. Weitere Informationen zur Igelpflege finden sich auf der Homepage des Vereins igelhilfeverein.de.