In den letzten Jahren hat der illegale Welpenhandel in Deutschland an alarmierender Bedeutung gewonnen. Besonders seit der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Hundewelpen sprunghaft angestiegen. Viele Menschen möchten schnell einen Hund anschaffen, ohne lange Wartezeiten, was den Zugang zu unseriösen Anbietern erleichtert. Oft werden Welpen über das Internet verkauft, insbesondere auf Plattformen wie ebay-Kleinanzeigen und quoka.de. Hierbei ist es für Käufer schwierig zu unterscheiden, ob es sich um seriöse Züchter oder skrupellose Vermehrer handelt. Professionell gestaltete Anzeigen erwecken häufig den Eindruck von Seriosität, während die Realität oft ganz anders aussieht. Laut Schätzungen werden monatlich 50.000 Welpen innerhalb der EU transportiert, wobei Deutschland eines der Hauptabnehmerländer ist.
Ein besorgniserregendes Zeichen dieser Entwicklung sind die jüngsten Berichte über einen Tollwutfall in Hochdorf-Assenheim. Obwohl der betroffene Hund als geimpft galt, wurde bei ihm Tollwut festgestellt. Dies wirft Fragen auf über die Praktiken illegaler Welpenhändler, die oft zu früh von der Mutter getrennte Welpen verkaufen und deren Impfstatus häufig falsch angegeben wird. Die Impfungen werden häufig gefälscht oder sind gar nicht vorhanden, was die Gesundheit der Tiere und ihrer neuen Besitzer gefährdet. Käufer sollten daher besonders aufmerksam sein und sich über Warnzeichen für illegalen Welpenhandel informieren, wie etwa unzureichende Beschreibungen in Anzeigen und das Auftreten von Anbietern unter Pseudonymen. Ein Anbieter, der mehrere verschiedene Rassen anbietet oder die Lieferung nach Hause organisiert, sollte ebenfalls misstrauisch machen.
Tipps für verantwortungsvolle Käufer
Um sich vor den Risiken des illegalen Welpenhandels zu schützen, empfiehlt es sich, Züchter vor Ort zu besuchen und sich einen Eindruck von den Welpen zu verschaffen. Käufer sollten darauf achten, dass die Welpen gesund wirken und einen Kaufvertrag aufsetzen, in dem der Züchter namentlich genannt wird. Zudem ist es wichtig, Begleitpapiere wie den EU-Heimtierausweis anzufordern. Bei Verdacht auf einen kranken Hund nach dem Kauf sollte umgehend eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden und es ist ratsam, vor dem Kauf einen Tierarzt zu konsultieren oder nach tierärztlichen Attesten zu fragen.
Die EU plant derzeit eine neue Verordnung zur Bekämpfung des illegalen Welpenhandels, da dieser ein Milliardengeschäft ist. Etwa 60% der Hunde in der EU werden online gekauft, und viele illegale Händler sind aktiv. Eine EU-Parlamentarierin hat darauf hingewiesen, dass die Beliebtheit von Rassehunden nicht durch seriöse Züchter gedeckt werden kann und die Nachfrage nach Hunden in der EU auf knapp sechs Millionen jährlich geschätzt wird. Um diesem Problem entgegenzuwirken, sieht der geplante Gesetzentwurf vor, dass jeder Hund gechippt und registriert werden muss, um eine bessere Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Tierschutz
Ein Verkaufsverbot für Katzen und Hunde in Zoohandlungen ist ebenfalls in Planung. Strafen für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sind oft gering und nicht abschreckend, was die Bekämpfung des illegalen Welpenhandels erschwert. Die Quarantänekosten für beschlagnahmte Welpen müssen von den Vermehrern getragen werden, die die Tiere nach der Quarantäne zurückerhalten können. Verantwortungsvolle Züchter bieten eine gute Sozialisierung und tierärztliche Versorgung, während illegale Vermehrer häufig nur auf Gewinnmaximierung aus sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der illegale Welpenhandel ein wachsendes Problem darstellt, das nicht nur die Tiere selbst, sondern auch die Gesundheit der Menschen gefährdet. Die Behörden und die EU müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um diese Machenschaften zu unterbinden. Für weitere Informationen und Tipps zum Schutz vor illegalem Welpenhandel empfiehlt sich ein Besuch der Webseite Gegen Illegalen Welpenhandel.