In einem herausfordernden wirtschaftlichen Klima hat der Elektronikdienstleister Aspro in Großbettlingen 2024 einen massiven Umsatzeinbruch hinnehmen müssen. Der Umsatz des Unternehmens ist im Kontext einer allgemeinen rückläufigen Marktentwicklung in der Elektro- und Elektronikbranche gefallen. Aspro plant jedoch eine strategische Neuausrichtung und hat sich verpflichtet, weiterhin in Deutschland zu produzieren. Trotz geopolitischer Spannungen und unsicherer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen möchte das Unternehmen am Produktionsstandort Großbettlingen festhalten, wie ntz.de berichtet.
Der Umsatz der deutschen Elektro- und Elektronikbranche wird 2024 laut dem ZVEI um 9,3 % auf insgesamt 223 Milliarden Euro zurückgehen, nach 238 Milliarden Euro im Vorjahr. ZVEI-Präsident Gunther Kegel äußerte sich am 29. Januar 2025 besorgt über die konjunkturelle Entwicklung, die alle wichtigen Absatzmärkte betreffe. Zudem sei ein Rückgang der Beschäftigtenzahl um 2 % auf etwa 892.000 zu verzeichnen, wobei rund 38.000 Menschen in Kurzarbeit sind. Für das Jahr 2025 rechnet der ZVEI mit einem weiteren Umsatzrückgang von 2 %.
Branchenüberblick
Die Situation ist für viele Unternehmen in der Branche alarmierend. Die Exporte nach China und in die USA könnten eine Trendwende ermöglichen, dennoch sind die Gesamtausfuhren im Jahr 2024 um 3,9 % gesunken. Insbesondere die Fahrzeugelektrik und Medizintechnik zeigen positive Entwicklungen mit jeweils +3 % Umsatz, während andere Bereiche wie Verbrauchsgüter sowie Bauelemente und Elektroinstallationen zwischen -11 % und -12 % liegen. Die Automatisierungsbranche verzeichnet mit einem Rückgang von 7,8 % eines der schwächsten Geschäftsjahre, was die breite Palette von Herausforderungen in der Branche verdeutlicht, wie ingenieur.de hervorhebt.
Eine aktuelle Umfrage des ZVEI zeigt, dass 56 % der Unternehmen eine ähnliche Entwicklung wie 2023 erwarten, während 39 % mit einer schlechteren Entwicklung rechnen. Das Geschäftsklima der Branche hat im September 2024 einen Rückschlag erlitten, was die pessimistischen Erwartungen der Unternehmen unterstreicht. Wie elektrowirtschaft.de berichtet, wurde die Produktionsprognose von minus zwei auf minus sieben Prozent gesenkt.
Aussichten für die Zukunft
Der aggregierte Umsatz von Januar bis August 2024 lag bei 146,4 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 7,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Auftragseingänge im August waren um 16,1 % niedriger als im Vorjahr, was den Druck auf Unternehmen weiter erhöht. In dieser schwierigen Lage fordert Kegel einen Abbau bürokratischer Hürden und Steuersenkungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Die Sicherheit der Energieversorgung bleibt ein zentrales Problem, und Kegel warnt vor möglichen Stromversorgungsengpässen, wenn der Netzausbau nicht vorangetrieben wird. Die aktuelle Situation in der Energieversorgung wird durch den geringen Füllstand der Gasspeicher, der derzeit bei 58 % liegt, verschärft. Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, sieht in der Elektrifizierung, Digitalisierung und der Fokussierung auf Schlüsseltechnologien mögliche Chancen für eine positive Entwicklung in der Branche, auch wenn die bisherigen Entwicklungen alles andere als optimistisch waren.