Das ehemalige Schuhhaus Breuning in Plattenhardt steht seit 2017 leer, nachdem Inhaber Hans Breuning den Laden schloss, um in den Ruhestand zu gehen. Geplant war ursprünglich eine Neubebauung des Breuning-Areals mit fünf neuen Gebäuden, die sowohl Wohnungen als auch Gewerbeeinheiten beherbergen sollten. Ende 2023 wurden diese Pläne vorgestellt und vom Gemeinderat genehmigt. Doch der Fortschritt des Projekts stockt, da der Investor ausgestiegen ist, wie der Erste Bürgermeister Falk-Udo Beck bekannt gab. Um eine Zerschlagung des Areals zu verhindern, hat die Stadt die Grundstücke erworben.
Aktuell herrscht im Bausektor eine allgemeine Zurückhaltung, die möglicherweise eine Auswirkung auf die weitere Entwicklung des Areals hat.
Künstlerische Initiative zur Belebung des Leerstands
Trotz der misslichen Lage gibt es positive Ansätze zur Nutzung des Leerstands. Eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Aufbruch Plattenhardt“ hat die Schaufenster des ehemaligen Schuhhauses mit Kunstwerken verschönert. Diese Initiative arbeitet mit der örtlichen Kunstschule zusammen, um regelmäßig neue Werke auszustellen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Attraktivität des Stadtbildes zu erhöhen und den Öffentlichkeit Zugang zur Kunst zu ermöglichen.
Das Schuhhaus Breuning in der Uhlbergstraße, das seit Jahren leere Schaufenster hat, dient nun als Plattform für Künstlerinnen und Künstler. Die Initiative visiert auch an, Sitzmöglichkeiten für Buspassagiere und Besucher zu schaffen, was dazu beiträgt, dass Filderstadt positiv wahrgenommen wird. Die Stadt muss jedoch der temporären Nutzung der ungenutzten Schaufenster zustimmen.
Leerstand als gesamtgesellschaftliche Herausforderung
Die Problematik des Leerstands betrifft nicht nur Plattenhardt. Im Jahr 2022 waren in Deutschland fast zwei Millionen Wohnungen, was 4,3 Prozent der Gesamtheit entspricht, ungenutzt. Die Leerstandsquote variiert stark zwischen den Regionen, und in strukturschwachen ländlichen Gebieten sind spezielle Strategien nötig, um diese Herausforderung zu bewältigen. Ursachen für Leerstand sind demografische Veränderungen und wirtschaftliche Abwanderung, während in prosperierenden Stadtregionen andere Dynamiken herrschen.
Das Projekt „Aktivierung von Wohnungsleerständen“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen bietet hilfreiche Instrumente und Informationen für die Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und andere Organisationen, um Leerstände aktiv zu managen. Die Herausforderung, leer stehende Gebäude in Wohnraum umzuwandeln, erfordert umfangreiches Wissen und die Aktivierung verschiedener Akteure, um die Leerstandssituation effektiv zu verbessern.
Im Fall des Schuhhauses Breuning bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die künstlerischen Initiativen zum gewünschten Erfolg führen können.