Die Firma Schenk in Filderstadt feiert ein bemerkenswertes Jubiläum: 100 Jahre nach ihrer Gründung durch Georg Schenk im Jahr 1925 wird das Unternehmen in der vierten Generation von Christian Schenk, einem 29-jährigen Juniorchef, geleitet. Dieser Generationenwechsel steht exemplarisch für die Herausforderungen und Chancen, die Familienunternehmen in Deutschland prägen. Den Statistiken zufolge machen Familienunternehmen etwa 90 Prozent aller Unternehmen aus und erwirtschaften mehr als die Hälfte aller Umsätze in Deutschland, wie ZDF berichtet.
Christian Schenk blickt mit Stolz auf die Tradition seines Unternehmens zurück. Sein Vater, Michael Schenk, und seine Tante, Christine Feist, führten den Betrieb erfolgreich vor ihm, wobei Christine seit 1985 Teil des Unternehmens ist und Michael seit 1988. Sie übernahmen die Verantwortung 1995 von ihrem Vater. Heute plant Michael, die Geschäftsführung schrittweise an Christian zu übergeben, während Christine Feist ihre Rolle als Gesellschafterin behält.
Herausforderungen der neuen Generation
Die Firma bietet Sanitär- und Bauflaschnerei-Dienstleistungen an. Christian Schenk bemerkt, dass die Nachfrage im Sanitärbereich erheblich höher ist als im Bauflaschnereihandwerk. Während jährlich etwa 60-70 Personen den Sanitärmeister absolvieren, sind es in der Bauflaschnerei nur 10-15 Personen, die alle zwei Jahre ausgebildet werden. Christian betont die signifikante Rolle des handwerklichen Arbeitens und die Anpassung an individuelle Baustellenanforderungen.
Ein zentrales Anliegen des Juniorchefs ist die Mitarbeitergewinnung und -bindung. Die größere Herausforderung besteht darin, qualifizierte Fachkräfte zu finden, denn von den 17 Mitarbeitern sind neun bereits länger als 25 Jahre im Betrieb. Um dieses Problem zu adressieren, ist das Unternehmen bestrebt, Praktika für angehende Auszubildende anzubieten, die dazu beitragen sollen, eine bessere Passung zwischen dem Unternehmen und den zukünftigen Fachkräften herzustellen.
Gestaltung der Zukunft
Am Jubiläum, das die Geschichte des Unternehmens würdigt, werden auch die nächsten 100 Jahre geplant. Christian hat bereits angekündigt, die Firmenräume zu renovieren und den Fokus stärker auf die Bauflaschnerei zu legen. Diese strategischen Pläne erfordern eine innovative Herangehensweise, die von der Unterstützung älterer Mitarbeitender abhängt. Christian hat seine Betriebswirt-Arbeit über die Wissensvermittlung zwischen den Generationen geschrieben.
Das Beispiel von Christian Schenk zeigt die Verantwortung, die junge Führungskräfte in Familienunternehmen tragen. Wie im Fall der jungen Unternehmerin Anna-Marie Bender, die im Jänner 2025 das Familienunternehmen in Leverkusen übernahm und für 26 Mitarbeiter verantwortlich ist, oder Marius Hanten, der in der fünften Generation eine Metzgerei führt, stehen diese Unternehmer unter immensem Druck, ihre Geschäfte erfolgreich zu führen. Doch sie bauen auf die Unterstützung ihrer Vorgänger, um zukünftige Herausforderungen zu meistern.
Die Geschichte der Firma Schenk ist nicht nur eine Hommage an ihre Vergangenheit, sondern auch ein Wegweiser für die Herausforderungen, die die zukünftige Generation erwartet. Mit der richtigen Mischung aus Tradition und Innovation wird das Unternehmen sicherlich weiterhin einen wichtigen Platz in der Branche einnehmen.