Der Jugendgemeinderat Filderstadt setzt sich aktiv dafür ein, Jugendlichen zu helfen, die unter psychischen Problemen leiden. In einer beeindruckenden Initiative wollen die Mitglieder des Gremiums aufklären und Hilfestellungen anbieten. Der Koordinator des Jugendgemeinderats, Nils Scheiring, betont die Wichtigkeit des Themas mentale Gesundheit, das nach der Corona-Pandemie an Dringlichkeit gewonnen hat. Mitglieder wie Leia Maier (18) und Success Aibangbe (15) berichten von persönlichen Erfahrungen im Umfeld, die ihren Antrieb verstärken.
Laut der neuesten Shell-Jugendstudie 2024 ist die angespannte Lage unter Jugendlichen alarmierend. Hierbei gaben 81% der Befragten an, Angst vor einem Krieg in Europa zu haben, während 67% sich Sorgen um die wirtschaftliche Situation machen. Die Studie zeigt auch besorgniserregende Zahlen zu Einsamkeit und psychischen Auffälligkeiten: Über 25% der jungen Frauen und mehr als 20% der jungen Männer fühlen sich häufig einsam. Die Pandemie hat in dieser Hinsicht tiefe Spuren hinterlassen.
Psychische Probleme im Fokus
Zusätzlich zu den Ängsten vor Krieg und wirtschaftlicher Unsicherheit berichtet die Shell-Jugendstudie von einer Zunahme an psychischen Auffälligkeiten. Diese sind während der Pandemie auf 30% gestiegen und liegen nun bei 22%. Häufige Probleme sind depressive Episoden, Angststörungen sowie hyperkinetische und dissoziale Störungen. Die COPSY-Studie bestätigt diese Entwicklungen, indem sie zeigt, dass 23% der Kinder und Jugendlichen Angstsymptome aufweisen und 21% sich einsam fühlen – beides ist höher als vor der Pandemie.
In Reaktion auf diese alarmierende Situation plant der Jugendgemeinderat Workshops in weiterführenden Schulen. Themen werden unter anderem Stressresilienz, Achtsamkeit, kreative Ausdrucksformen, Digital Detox und gesunde Ernährung sein. Bereits erfolgt ist der Kontakt zu Schulleitungen und Schulsozialarbeitern, um herauszufinden, wie die Unterstützung in den Schulen konkret aussehen kann. Die ersten Rückmeldungen von Seiten der Schulleitungen und der Stadtverwaltung sind positiv, wobei die Unterstützung signalisiert wird.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Die Shell-Jugendstudie zeigt eine klare gesellschaftliche Situation, in der 75% der Jugendlichen Vertrauen in die Demokratie haben, aber 56% dennoch mit gemischten Gefühlen in die Zukunft blicken. Neue Sorgen sind ebenfalls gekoppelt an soziale Themen, wie etwa wachsende Feindseligkeit und Umweltverschmutzung, mit 64% der Befragten, die sich darüber Gedanken machen. Ein Viertel der Jugendlichen möchte eine partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbsarbeit.
Die Bedeutung der digitalen Medien und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Ein Drittel der Befragten fühlt sich durch Online-Inhalte belastet, während 40% digitale Medien täglich mindestens vier Stunden nutzen. Der Zusammenhang zwischen Medienkonsum und psychischen Auffälligkeiten ist alarmierend: Jede Stunde erhöht das Risiko für weniger Lebensqualität bis zu 15-fach. Dies zeigt die Notwendigkeit einer fundierten Aufklärung und Prävention.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Jugendgemeinderat Filderstadt mit seiner Initiative einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung und Unterstützung junger Menschen in einem herausfordernden gesellschaftlichen Klima leisten möchte. Mit geplanter Unterstützung und positiven Rückmeldungen gibt es berechtigte Hoffnungen, dass die Workshops einen Unterschied im Leben vieler Jugendlicher machen können.