In einem schockierenden Vorfall in Filderstadt wurde am Montagnachmittag gegen 15:30 Uhr ein Getränkemarkt in Plattenhardt Ziel eines raffinierten Diebstahls. Zwei Männer setzten ein Ablenkungsmanöver ein, um einen allein im Geschäft befindlichen Mitarbeiter zu überlisten. Während einer der Täter den Mitarbeiter ablenkte, stahl der Komplize einen Karton Zigaretten im Wert von mehreren Tausend Euro. Nach dem Diebstahl kaufte der ablenkende Täter eine Flasche Wasser und beide Männer verließen den Getränkemarkt, ohne dass ihre Identität bisher geklärt werden konnte. Der Diebstahl wurde kurze Zeit später bemerkt und umgehend der Polizei gemeldet. Das Polizeirevier Filderstadt hat die Ermittlungen aufgenommen, jedoch gibt es bislang keine genaue Beschreibung der Tatverdächtigen (Esslinger Zeitung).
Die Vorgehensweise der Täter erinnert stark an gängige Tricks von Taschendieben, die sich häufig in Supermärkten oder anderen öffentlichen Orten bedienen. Oftmals werden Mittäter eingesetzt, um eine bestimmte Ware zu erklären, während der tatsächliche Dieb die Tasche des Opfers im Einkaufswagen durchsucht. Eine ähnliche Methode besteht darin, dass der Taschendieb das Opfer um Hilfe bei der Herausgabe einer Zeitschrift aus dem oberen Regal bittet. Wenn das Opfer die Zeitung herausnimmt, fällt die offene Jacke nach vorn, was dem Dieb die Gelegenheit gibt, unbemerkt in die Jackeninnentasche zu greifen und die Geldbörse oder das Mobiltelefon zu entwenden. Nach der Tat wird das Diebesgut oft durch die Zeitschrift verdeckt und der Täter verlässt schnell den Tatort (Bundespolizei).
Diebstahlskriminalität im Wandel
Die Vorfälle in Filderstadt sind Teil eines größeren Trends in der Diebstahlskriminalität in Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) wurden im Jahr 2024 rund 5,8 Millionen Straftaten registriert, wobei Diebstahlsdelikte über 1,94 Millionen Fälle ausmachten und somit etwa einem Drittel aller Straftaten entsprechen. Diese Zahlen zeigen, dass Diebstahl ein bedeutendes Problem bleibt, auch wenn ein Rückgang der Diebstahlsdelikte seit 2015 verzeichnet werden kann. Damals gab es fast 2,5 Millionen Fälle, die nahezu 40% der Gesamtstraftaten ausmachten.
Besonders während der Corona-Pandemie sanken die Diebstahlszahlen, da weniger Tatgelegenheiten vorhanden waren. Nach der Pandemie kam es zwar zunächst zu einem Anstieg der Diebstahlsdelikte, jedoch wurde für 2024 ein Rückgang um 1,6% im Vergleich zu 2023 festgestellt. Dennoch lagen die Zahlen über dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Die Aufklärungsquote für Diebstahlkriminalität lag im Jahr 2024 bei 31,4%, was darauf hinweist, dass viele Fälle unaufgeklärt bleiben (BKA).
Die Vorfälle in Filderstadt sowie die allgemeinen Statistiken verdeutlichen die Herausforderungen, die Polizei und Gesellschaft im Kampf gegen Diebstahlskriminalität bewältigen müssen. Es bleibt zu hoffen, dass durch technische Sicherungsmaßnahmen und die Sensibilisierung der Bevölkerung die Zahl der Diebstähle weiter gesenkt werden kann.