In Esslingen wird die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte durch ein umfassendes Netzwerk gefördert. Laut esslingen.de kommen diese Menschen aus unterschiedlichen Gründen in die Stadt, sei es aufgrund von Flucht, Fachkräfteeinwanderung oder europäischer Binnenmigration. Um eine erfolgreiche Integration und Teilhabe zu gewährleisten, ist eine starke Vernetzung aller beteiligten Akteure unerlässlich.
Das Integrationsnetzwerk wird von Salvador Guardia-Gil, dem Integrationsbeauftragten der Stadt, und Marion Koch, der Leiterin der Abteilung Sozialplanung und Projektarbeit, geleitet. Während der ersten Ankünfte ukrainischer Geflüchteter entstand die Idee des Netzwerks in Zusammenarbeit mit der Caritas und dem Kreisdiakonieverband Esslingen. Ziel ist es, sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche besser zu vernetzen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und die Bedarfe von Zuwanderern zu erfassen.
Struktur des Integrationsnetzwerks
Das Netzwerk setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, darunter:
- Integrationsforum (jährliche Austauschplattform)
- Fachrat für Migration und Integration (politisches Lenkungsgremium)
- Vier Arbeitsgruppen zu den Themen sprachliche Integration, Arbeitsmarktintegration, rechtliche Grundlagen und Beratung
Der Fachrat besteht aus zehn gewählten Sachkundigen, einem Vertreter aus dem Jugendgemeinderat sowie einer Vertretung jeder Arbeitsgruppe. Diese Gruppen tagen in der Regel zweimal jährlich und werden von städtischen Mitarbeitenden koordiniert.
Nachdem der politische Auftrag für das Integrationsnetzwerk im Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales gegeben wurde, fand das erste Integrationsforum im November 2025 statt. Die Veranstaltung umfasste Workshops sowie einen Vortrag von der Migrationsforscherin Prof. Dr. Annette Treibel. Marius Osswald, der Leiter des Amts für Soziales, Integration und Sport, hebt hervor, dass die Integration vor Ort in Stadtteilen, Vereinen und Institutionen von entscheidender Bedeutung ist.
Förderung der Bildung und Zusammenarbeit
Ein weiterer Aspekt der Integrationsarbeit im Landkreis Esslingen ist die Unterstützung durch interkulturelle Elternmentorinnen und -mentoren. Diese engagieren sich ehrenamtlich, um Eltern aus derselben Kultur- oder Sprachgruppe in Fragen zu Bildung, Kita und Schule zu beraten. Wie landkreis-esslingen.de berichtet, fungieren sie als neutrale Ansprechpersonen für Eltern, Erzieher und Lehrkräfte, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen zu fördern. Die Qualifizierung dieser Mentorinnen und Mentoren wird durch den Landkreis unterstützt.
Die Finanzierung der entsprechenden Projekte erfolgt durch Landesmittel des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration, wodurch die Initiativen zur Förderung der Bildung und Integration weiterhin gesichert werden.
Integration in Deutschland
Im größeren Kontext der Integrationsarbeit liefert der 14. Integrationsbericht der Bundesregierung umfassende Daten und Analysen zur Integration in Deutschland. Der Bericht dokumentiert, dass 25 Prozent der Bevölkerung eine Einwanderungsgeschichte aufweist. Besonders auffällig ist, dass bei Kindern und Jugendlichen dieser Wert über ein Drittel beträgt. Staatsministerin Alabali-Radovan betont die bisherigen Erfolge in der integrationspolitischen Maßnahmen, insbesondere in Bereichen wie Bildung und Arbeitsmarkt, während auch Herausforderungen aufgezeigt werden, die weiterhin bestehen. Der Bericht wird von integrationsbeauftragte.de erstellt und bezieht seine Daten aus wissenschaftlichen Analysen des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM).
Insgesamt zeigt die Arbeit des Esslinger Integrationsnetzwerks, die Förderung von Bildung und die umfangreiche Analyse der Integrationslage in Deutschland, dass die Themen Integration und Teilhabe ernst genommen werden und kontinuierlich verbessert werden sollen.