Die Stadt Esslingen setzt ein ambitioniertes Projekt um, um bis Ende 2026 vollständig auf elektrischen öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) umzustellen. Diese Initiative, die vom Städtischen Verkehrsbetrieb (SVE) geleitet wird, sieht vor, dass alle eigenen Linien auf Batterie-Oberleitungsbusse umgeschaltet werden. Das Gesamtvorhaben umfasst den Erwerb von 52 neuen Bussen, die von dem tschechischen Hersteller Škoda Electric geliefert werden. Die ersten dieser Fahrzeuge sollen im Sommer 2026 eintreffen und bis Ende des Jahres vollständig in den Fuhrpark integriert sein, zusammen mit zehn bereits bestehenden Bussen.
Ein bedeutender Aspekt des Projekts ist die geplante Erweiterung des Oberleitungsnetzes um fünf Kilometer, welches bisher eine Länge von 29 Kilometern aufweist. Derzeit laufen bereits Bauarbeiten im Esslinger Norden, und der erste Abschnitt des Oberleitungs-Ausbaus in der Pliensauvorstadt (1,1 km) wurde erfolgreich abgeschlossen. Dies schafft die Grundlage für die Umstellung des Busverkehrs und zeigt, dass Esslingen eine der ersten deutschen Städte mit einem komplett elektrischen Linienbusverkehr sein wird, wie Zukunftsnetzwerk ÖPNV berichtet.
Fortschritte im Oberleitungs-Ausbau
Aktuell wird intensiv am Ausbau des Oberleitungsnetzes gearbeitet. Der Ausbau auf dem Zollberg ist abgeschlossen, wo Busse an der Haltestelle „Nellinger Linde“ andocken können. Eine weitere wichtige Phase des Ausbaus, die seit Dezember 2025 im Gange ist, erstreckt sich von der Rotenackerstraße bis zum Neckar Forum (1,3 km). Die Masten für die neue Oberleitung sollen bis Mitte Februar 2026 errichtet werden, wobei die Inbetriebnahme der Oberleitung voraussichtlich im April 2026 erfolgen wird. Jedoch stehen die Verantwortlichen vor logistischen Herausforderungen, insbesondere am Hirschlandkopf, um Verkehrseinschränkungen zu vermeiden.
Der SVE hat zudem angekündigt, dass bis Ende 2026 alle 52 neuen Oberleitungsbusse im Fuhrpark sein sollen. Die Stadt investiert insgesamt rund 41,5 Millionen Euro in dieses Projekt, das aus den Planungen heraus im Zeit- und Kostenrahmen verläuft. Die notwendigen Arbeiten am Altstadtring und an der Maille-Kreuzung sind für den Sommer 2026 geplant, um den Übergang zur durchgängigen E-Mobilität zu unterstützen. Der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen spielt hierbei eine Schlüsselrolle, indem er die Infrastruktur aufbaut und damit die Voraussetzungen für einen umweltfreundlicheren Nahverkehr schafft.
Nachhaltige Mobilität im Fokus
Die Umstellung auf elektrische Busse ist nicht nur eine technische Innovation, sondern auch ein wesentlicher Schritt in Richtung Klimaschutz. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hebt hervor, dass der Einsatz von E-Bussen, die mit regenerativem Strom betrieben werden, für eine klimaneutrale Mobilität unerlässlich ist. Dabei wird eine steigende Anzahl von Elektrobussen im deutschen ÖPNV verzeichnet, was den Trend zur Elektrifizierung weiter verstärkt.
Die europäischen Vorgaben zur emissionsfreien Antriebsart unterstreichen die Dringlichkeit dieser Umbaumaßnahmen. Ab 2021 müssen 45 % und ab 2025 sogar 65 % aller neu beschafften Linienbusse emissionsfreie Antriebe haben. Diese Rahmenbedingungen treiben die Städte dazu, nachhaltige Verkehrskonzepte zu entwickeln, die nicht nur den CO2-Ausstoß senken, sondern auch das Verkehrsaufkommen in den Innenstädten reduzieren.
Mit dieser umfassenden Umstellung ist Esslingen auf einem guten Weg, als Vorreiter im Bereich der E-Mobilität und des umweltfreundlichen Nahverkehrs Maßstäbe zu setzen.