In Esslingen sorgt ein Kater namens Garfield für Aufsehen, nachdem Beschwerden über seine lautstarken Miautöne bei der Stadtverwaltung eingingen. Das Ordnungsamt überprüfte die Situation, nachdem Patrizia Capreoli, die Katzenhalterin, nachweisen musste, dass Garfield kastriert ist. Diese Maßnahme wurde aufgrund der seit 2024 in Esslingen geltenden Kastrationspflicht für Freigängerkatzen notwendig. Berichten von SWR zufolge erhielt Capreoli im Dezember einen weiteren Brief, in dem erneut auf die Lärmbelästigung durch Garfield eingegangen wurde.

Die Beschwerden stammen von einer Person, die sich bereits zweimal schriftlich über das Miauen des Katers beschwert hat. Capreoli fühlt sich durch diese Beschwerden schikaniert und vermutet, dass ein Nachbar hinter diesen Klagen steckt. Interessanterweise äußern andere Nachbarn kein Problem mit Garfield und sehen sein Miauen nicht als störend an. Das Ordnungsamt behandelt den Fall derzeit als Standardfall und hat keine weiteren Maßnahmen eingeleitet. Bei wiederholten Beschwerden könnte jedoch Kontakt mit dem Beschwerdeführer aufgenommen werden.

Nachbarschaftslärm und rechtliche Rahmenbedingungen

In Deutschland gibt es klare Regelungen zu Nachbarschaftslärm, die im zivilen Nachbarschaftsrecht verankert sind. Nach Baden-Württemberg können betroffene Nachbarn verlangen, dass störende Geräusche wie laute Fernseher oder eben auch das Miauen von Katzen verringert werden, wenn sie sich „wesentlich beeinträchtigt“ fühlen. Vor rechtlichen Schritten wird empfohlen, direkt mit dem Störer zu sprechen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Das Ordnungsamt in Esslingen hat betont, dass es wichtig ist, Kompromisse zwischen Nachbarn zu finden. In extremen Fällen könnte der Fall zu einem Bußgeldverfahren führen, falls die Lärmbelästigung als gravierend beurteilt wird.

Kastrationspflicht von Haustieren

Die Kastrationspflicht, die in Esslingen seit 2024 gilt, ist Teil einer umfassenderen Initiative zum Tierschutz. Laut dem Tierschutzbund kann die Kastration, die in der Regel ohne Komplikationen erfolgt und zwischen 150 und 250 Euro kostet, zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Dazu zählen die Unfruchtbarmachung von Katzen, weniger Streitigkeiten mit Artgenossen und ein geringeres Risiko von Verletzungen sowie Verkehrsunfällen.

Für Katzenhalter ist es wichtig, sich über diese Pflichten und den Nutzen der Kastration zu informieren, um Probleme wie die im Fall von Garfield zu vermeiden. Während die ordnungsgemäße Kastration der Tiere gesetzlich vorgeschrieben ist, sollten Halter auch auf das Verhalten ihrer Katzen achten, um Nachbarn nicht unnötig zu belästigen.