In Erkenbrechtsweiler fand am vergangenen Wochenende eine beeindruckende Samhain-Zeremonie statt, die unter der Leitung des Keltendruiden Ascan durchgeführt wurde. Rund 60 Teilnehmer unterschiedlichen Alters versammelten sich vor dem Heidengrabenzentrum, um den keltischen Jahreswechsel zu feiern. Diese Veranstaltung, die in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November stattfand, hat eine besondere kulturelle und historische Bedeutung. Der Ort selbst, das Heidengrabenzentrum, steht auf dem Gelände einer keltischen Siedlung, die zwischen 120 und 80 v. Chr. existierte, und hat in seinem ersten Jahr nach der Eröffnung im Juni 2024 bereits etwa 20.000 Besucher angezogen, wie die Esslinger Zeitung berichtet.
Samhain, ein für die Kelten bedeutendes Fest, das den Übergang vom alten zum neuen Jahr symbolisiert, wird mit verschiedenen Ritualen gefeiert. Ascan erklärte in seiner Ansprache die historische Relevanz dieser Feierlichkeiten, bei denen die Verbindung zu den Ahnen im Mittelpunkt steht. Die Teilnehmer waren eingeladen, Kräuterbüschel in eine Feuerschale zu werfen, ein Brauch, der symbolisch für das Loslassen von Negativem und das Willkommenheißen des Guten steht. Die Zeremonie endete mit einem Segen für die Ahnen und einer Aufforderung zur spirituellen Verbindung mit deren Seelen.
Kulturelle Einblicke und Aktivitäten
Besucher des Heidengraben-Zentrums hatten die Möglichkeit, während des Tages an Ausstellungen teilzunehmen, Leder zu bearbeiten oder sogar Kettenhemden zu schmieden. Das Programm bot einen lebendigen Einblick in das alltägliche Leben der Kelten, was auch die Gruppe Riusiava hervorragend darstellte. Neben den handwerklichen Angeboten sind im November auch verschiedene Vorträge geplant, die sich mit der Archäologie und der keltischen Kultur befassen, darunter „Fürsten, Fernhandel und Grabhügel – Archäologie der frühen Keltenzeit an der Heuneburg“ am 6. November.
Der Gedanke an die Wintermonate wird auch im Heidengraben-Zentrum nicht ignoriert. Diese kulturellen Veranstaltungen und Ausstellungen sind ganzjährig geöffnet und bieten auch in den kühleren Monaten spannende Einblicke in die Geschichte der Kelten. Am 1. November 2025 findet zusätzlich ein Event unter dem Titel „Samhain am Heidengrabenzentrum – Zwischen Geschichte und Mythos“ statt, das von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist und um 18 Uhr eine besondere Aufführung durch den Druiden am Gräberfeld am Burrenhof umfasst. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich, und es fallen keine Gebühren für die Vorführungen an, entgegen dem regulären Eintritt für die Ausstellung.
Auch Tanja Breitenbücher, Geschäftsführerin des Heidengraben-Zentrums, betont den wissenschaftlichen Ansatz dieser Veranstaltungen und die Bedeutung, die die Veranstaltungen für die Förderung des historischen Verständnisses haben. Im Dezember ist somit auch die Sonderausstellung „KeltenWelten – Repliken keltischer Kostbarkeiten“ bis zum 31. Januar 2026 zu besichtigen, die im regulären Eintritt enthalten ist und die faszinierenden Aspekte der keltischen Kultur weiter vertieft.