Immer mehr Tierheime in Deutschland steht unter Druck, da die Zahl der Tiere, die abgegeben werden, stark ansteigt. Vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Situation verschärft. Viele Menschen, die während der Lockdowns Haustiere adoptierten, sehen sich nun überfordert und suchen einen Ausweg. Wie das Teckbote berichtet, betont der Deutsche Tierschutzbund, dass kein Tierheim in Deutschland derzeit nicht überfüllt ist. Die steigenden Abgabewünsche machen es den Einrichtungen immer schwerer, den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden.
Ein Blick in die Realität der Tierheime zeigt eine alarmierende Situation. Viele Einrichtungen haben bereits einen Aufnahmestopp verhängt. So beispielsweise das Tierheim Süderstraße in Hamburg, das zurzeit keine Hunde oder Katzen mehr aufnehmen kann. Auch in Städten wie Berlin und Leipzig gibt es kaum noch Platz für neue Tiere, während in München Halter teilweise Wochen oder Monate auf einen Platz für die Abgabe warten müssen, wie Tagesschau berichtet.
Überlastung durch Abgaben
Die aktuelle Überlastung der Tierheime kann teilweise auf die Corona-Pandemie zurückgeführt werden. Viele Besitzer sind aufgrund der hohen Tierarztkosten und zunehmenden finanziellen Belastungen gezwungen, ihre Tiere abzugeben. Die Kastrationskosten für Katzen betragen mittlerweile über 200 Euro, während für Hündinnen etwa 1.000 Euro fällig werden, was für viele Menschen mit geringem Einkommen unerschwinglich ist. Gerade diese finanziellen Hürden führen dazu, dass tierliebe Menschen ihre Haustiere nicht mehr halten können und diese in Tierheimen abgeben müssen.
Der Tierschutzverein sieht die Notwendigkeit, dass die Gesellschaft Verantwortung für die Tiere übernimmt und fordert dringend Unterstützung. Im Jahr 2017 wurden die Mittel für die Tierheimfinanzierung in der Stadt erhöht, doch bis 2025 soll diese nur auf 1,2 Millionen Euro steigen. Der Verein hat momentan 8.000 Tiere in Obhut, doch die aktuelle Zahl der Abgaben übersteigt die Kapazitäten der Einrichtungen und das sorgt für eine kritische Lage, wie der Teckbote vermerkt.
Gesamtgesellschaftliche Lösungen nötig
Zusätzlich zu den gegenwärtigen Herausforderungen wird von mehreren Seiten auf die Dringlichkeit einer gesamtgesellschaftlichen Lösung hingewiesen. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, warnt, dass wir uns in einer dramatischen Lage befinden. Einrichtungen sind nicht nur überfüllt, sondern kämpfen auch gegen die Überforderung der Tierhalter. Eine Stiftung zur Unterstützung der Tierheime wird im aktuellen Koalitionsvertrag geprüft, was erste Ansätze zeigt, um der Misere entgegenzuwirken.
Die Unterstützung für Tierheime und eine höhere Verantwortung in der Tierhaltung sind wichtig, um langfristig die Lebensbedingungen für viele Tiere zu verbessern. Die Situation bleibt angespannt, und es sind klare Maßnahmen nötig, um den Tierschutz in Deutschland sicherzustellen.