Der Schokoladenhersteller Gubor schließt seine Produktionsstätte im bayerischen Cadolzburg. Diese Entscheidung folgt auf die anhaltenden rückläufigen Produktionszahlen und die gestiegenen Kosten. Die Schließung wird nach dem Ostergeschäft im April 2026 vollzogen, wie t-online.de berichtet. Claus Cersovsky, der geschäftsführende Gesellschafter von Gubor, äußerte, dass der Rückgang der Nachfrage nicht gestoppt werden konnte und dies zu einer gesunkenen Auslastung führte.
Die Schließung betrifft nicht nur die Produktionslinien, sondern auch die Chocothek und die Musterabteilung, die ebenfalls bis Ende April 2026 geschlossen werden. Das Lager in Forchheim wird Mitte 2027 aufgegeben. Trotz der schwierigen Situation wird ein Teil der Arbeitsplätze in Cadolzburg erhalten bleiben, da werksübergreifende Funktionen wie Einkauf, Marketing, Vertrieb und IT weiterhin bestehen bleiben.
Hintergründe und Ursache der Schließung
Die Entscheidung zur Schließung des Werks in Cadolzburg steht im Kontext der Fusion mit der polnischen Colian-Gruppe, die im Mai 2025 vollzogen wurde. Gubor gehört damit zu einer größeren Gruppe mit insgesamt elf Produktionsstätten in Polen, Deutschland und Irland. Die Fusion hat das Unternehmen in eine Position mit hohen Fixkosten versetzt, während die Produktionszahlen in den letzten vier Jahren kontinuierlich gesunken sind. Diese Umstände führten zu unregelmäßigen Auslastungen, die die finanzielle Stabilität des Standorts zusätzlich belasteten, wie chip.de anmerkt.
Der Markt für Schokolade zeigt zurzeit keine Anzeichen einer raschen Erholung. Trotz eines Umsatzes von knapp 320 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2023/2024 bleibt die Zukunft des Unternehmens und seiner Produktionsstätten unsicher. Die Herausforderung für Gubor liegt nicht nur in der Schließung von Cadolzburg, sondern auch in der Notwendigkeit, die verbleibenden Standorte effektiv zu verwalten und die Produktionslinien strategisch an andere Werke, insbesondere nach Polen, zu verlagern.
Zukünftige Perspektiven
Mit der Schließung des Werks in Cadolzburg sieht sich Gubor gezwungen, seine Geschäftsstrategie zu überdenken. Die restlichen Werke befinden sich in Dettingen unter Teck, Wernigerode, Weseke und Werneck, deren Zukunft nun stärker in den Fokus rückt. Das Unternehmen muss Wege finden, um Effizienz und Rentabilität zu steigern, während es gleichzeitig die Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeiter und das lokale Gewerbe berücksichtigt.
In einem sich ständig verändernden Markt ist es entscheidend für Gubor, die verbleibenden Ressourcen optimal zu nutzen und neue Wege der Produktvermarktung zu erkunden, um den Herausforderungen der Branche zu begegnen.