Der Rathaussturm in Wäschenbeuren war ein farbenfrohes und unterhaltsames Spektakel, das am 16. Februar 2026 stattfand. In diesem Jahr hatten die Hästräger den Oberbürgermeister Klaus Heininger vor eine besondere Aufgabe gestellt: Er musste den Rathausschlüssel abgeben. Diese symbolische Schlüsselübergabe fand unter dem Beifall des Publikums statt und stellte einen Höhepunkt der Veranstaltung dar. Trotz ungünstiger Wetterbedingungen wurde die Feierlichkeit kurzerhand ins Innere des Rathauses verlegt, was dem fröhlichen Treiben jedoch keinen Abbruch tat.
Die musikalische Begleitung wurde von den Monster Bass Guggenmusikern aus Wäschenbeuren und den Spindelfetza aus Kuchen übernommen, die mit kräftigen Rhythmen für ausgelassene Stimmung sorgten. Oberhexe Gabi kündigte den letzten Rathaussturm von Klaus Heininger an, während die Nachwuchshexen Yara, Noah, Finja und Anwärterin Ela den Oberbürgermeister aus seinem Dienstzimmer holten. Die Hexen übernahmen das Regiment im Rathaus und führten den symbolischen Schlüsselraub durch, was die Tradition des Rathaussturms eindrucksvoll unterstrich.
Der Hexenbesenführerschein
Ein zentrales Element der Veranstaltung war die Prüfung für den sogenannten Hexenbesenführerschein. Oberbürgermeister Heininger war für den theoretischen Teil verantwortlich, während die praktische Prüfung auf dem Hexenbesen von der Brandstifter Hexa durchgeführt wurde. Die Rathausmitarbeiter mussten dabei Aufgaben erfüllen, die unter anderem das Binden eines Besens und das Anziehen der Hexenkluft umfassten. Der Höhepunkt der Prüfung war das „Besenreiten“ durch einen Parcours im Rathausfoyer. Dabei beantwortete Heininger Theoriefragen, wie die Anzahl der Nachwuchshexen, und für falsche Schätzungen gab es Schnaps und Quarkbällchen als Strafe.
Die Mitarbeitenden bestanden die Prüfungen erfolgreich und erhielten ein Diplom für den Hexenbesenführerschein. Es wurde auch ein traditionelles Anstoßen auf das „Du“ zwischen Oberhexe und Oberbürgermeister durchgeführt, was Heininger humorvoll kommentierte. Zudem erhielt er an diesem besonderen Tag einen Jubiläumsorden und eine Bildercollage als Anerkennung für 15 Rathausstürme.
Ein geselliges Ende
Die Veranstaltung endete gesellig am Stand der Freiwilligen Feuerwehr, wo Gegrilltes und Getränke auf dem Schlossplatz angeboten wurden. Die Feuerwehr Eislingen sorgte für die kulinarische Verpflegung und trug so zur geselligen Atmosphäre bei. Auch Hexe Jürgen trug ein Gedicht vor, um die gemeinsame Zeit zu reflektieren, was die Verbundenheit zwischen den Beteiligten unterstrich.
Der Rathaussturm hat eine lange Tradition in Deutschland, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Es handelt sich um eine symbolische Besetzung des Rathauses durch Narren zu Beginn des Karnevals, die die gewohnte Ordnung während der „Fünften Jahreszeit“ außer Kraft setzt. Historisch gesehen wurde der Brauch in Düsseldorf eingeführt, als Möhnen von Ratsherren zu einem Festessen eingeladen wurden. In vielen Regionen Deutschlands, besonders im ehemals preußischen Rheinland, ist der Rathaussturm ein beliebter Brauch, bei dem der Bürgermeister gezwungen wird, den Rathausschlüssel an die Narren zu übergeben, was auch in Wäschenbeuren eindrucksvoll zelebriert wurde. Weitere Informationen zu diesem Brauch finden Sie in der ausführlichen Wikipedia.
Der Rathaussturm in Wäschenbeuren war somit nicht nur ein feierliches Ereignis, sondern auch ein wichtiger Teil der lokalen Kultur und des Gemeinschaftslebens, das die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger fördert. Die gute Laune der Brandstifter Hexa und der zahlreichen Eislingerinnen und Eislinger trugen dazu bei, dass dieser Tag unvergesslich blieb.
Für mehr Informationen zu diesem Ereignis können Sie die Berichterstattung auf Nussbaum.de und Eislingen.de nachlesen.