Das Freilichtmuseum Beuren, eines von sieben regionalen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg, ist seit 1995 ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Landschaft der Region. Mit 24 historischen Gebäuden, die transloziert aus dem Mittleren Neckar und der Schwäbischen Alb stammen, bietet das Museum nicht nur Einblicke in die Vergangenheit, sondern auch einen Ort für aktive Mitgestaltung und gesellschaftliche Teilhabe.

Die neue Leiterin des Freilichtmuseums, Petra Naumann, nimmt seit einem knappen halben Jahr die Herausforderungen und Chancen des Hauses in die Hand. Die promovierte Kulturwissenschaftlerin setzt auf flache Hierarchien und eine offene Kommunikation, um das Museum für die Besucher zugänglicher und einladender zu gestalten. Naumann möchte das Freilichtmuseum zu einem Ort entwickeln, an dem Mitmachen und Mitdenken im Vordergrund stehen. Dies könnte durch vielfältige Veranstaltungen und aktive Mitmachformate erreicht werden, wie jüngste Berichte zeigen (NTZ).

Ein Blick in die Geschichte

Der Landkreis Esslingen ist Träger des Freilichtmuseums, das auf eine lange Planungs- und Entwicklungsphase zurückblickt. Bereits seit 1979 wurde die Idee eines Freilichtmuseums diskutiert, doch die Umsetzung ließ lange auf sich warten. Nach mehreren gescheiterten Verhandlungen mit umliegenden Landkreisen und der Stadt Stuttgart wurde schlussendlich am 19. Dezember 1985 der Kreistagsbeschluss zur Errichtung des Museums in Beuren gefällt. 1987 erfolgte der erste Spatenstich und am 13. Mai 1995 wurden erstmals acht historische Gebäude dem Publikum geöffnet (Wikipedia).

Das Museum erstreckt sich über eine Fläche von rund 9 Hektar. Hierbei wurden 4 Hektar von der Gemeinde Beuren kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Museumsbesucher betritt das Gelände durch ein modernes Eingangsgebäude, in dem sich Kassen und das Tante-Helene-Lädchen befinden. Zu den aus verschiedenen Orten stammenden Gebäuden zählen unter anderem eine Obstmühle aus Owen, ein Hühnerstall aus Stuttgart-Birkach und eine historische Schule aus Häslach.

Aktivitäten und Angebote

Das Freilichtmuseum ist nicht nur ein Ort der Präsentation, sondern auch ein Informationszentrum des Biosphärengebiets Schwäbische Alb sowie des UNESCO Geoparks Schwäbische Alb. Zudem halten Bewohner des Museums von regionalen und vom Aussterben bedrohten Haustierarten das Erbe der heimischen Tierzucht lebendig. Langjährige Traditionen, wie die Schäfertage, der GARTEN.GENUSS.MARKT und das „Moschtfescht“, ziehen jährlich viele Besucher an. Der Förderverein Freilichtmuseum Beuren e. V. unterstützt zahlreiche Aktivitäten und Projekte und zählt rund 3.000 Mitglieder. Zu den Initiativen des Vereins gehören der Betrieb des Tante-Helene-Lädles und die Organisation jährlicher Aktionstage mit Vorführungen alter Handwerke.

Mit diesen abwechslungsreichen Angeboten und dem Engagement der neuen Leitung ist das Freilichtmuseum Beuren bestens positioniert, um eine bedeutende Rolle in der Kulturlandschaft Baden-Württembergs einzunehmen und den Besucher:innen ein aktives und tiefgehendes Erleben der regionalen Geschichte zu ermöglichen.