In Beuren fand am vergangenen Donnerstagabend eine aufschlussreiche Diskussionsreihe mit dem Titel „Sag mal, hör mal“ statt, die von der Nürtinger Zeitung und der Volkshochschule (VHS) organisiert wurde. Das Thema der Veranstaltung lautete „Jäger als Naturschützer“, und sie bot den Jägern der Region die Gelegenheit, mit gängigen Vorurteilen über ihre Tätigkeit aufzuräumen. Unter den Klischees, die sie kritisch hinterfragten, war das Bild des Jägers als elitärer Klub, der vor allem Trophäen sammelt und mit SUVs durch die Landschaft fährt. Diese stereotype Vorstellung wird häufig mit der Jägerschaft assoziiert, doch die Realität ist weitaus differenzierter.
Die Jägerschaft hat in den letzten Jahren verstärkt daran gearbeitet, das öffentliche Bild ihres Berufs zu verbessern. In diesem Zusammenhang wurde vom Deutschen Jagdverband (DJV) die Broschüre zur Kampagne „Fakten statt Vorurteile“ veröffentlicht. Diese Kampagne wurde ein Jahr nach ihrem Start initiiert, um Missverständnisse über das Jagdwesen zu entkräften. Die Broschüre befasst sich unter anderem mit der falschen Annahme, dass Jäger nur zum Spaß töten, oder dass die Fuchsjagd unnötig sei. Für die über 300.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland steht der Naturschutz im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
Jäger als Teil des Naturschutzes
Die Jäger engagieren sich nicht nur für die Jagd, sondern auch für den Arten- und Naturschutz, indem sie Biotope pflegen und regionales Wildbret als Lebensmittel zur Verfügung stellen. „Die Jagd ist ein vielseitiges Waidwerk, das weit über das Schießen vom Hochsitz hinausgeht“, heißt es in der Broschüre. Dabei betont der DJV, dass die Jagd mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung ist, sondern eine verantwortungsvolle Form der Landnutzung darstellt.
In der Vergangenheit wurde in Zusammenarbeit mit dem NABU (Naturschutzbund Deutschland) an Empfehlungen gearbeitet, die den Schutz der biologischen Vielfalt zum Ziel haben. Am 6. und 7. März 1998 verabschiedeten beide Verbände gemeinsame Strategien, um der Bedrohung der Biodiversität entgegenzuwirken. Der Rückgang von 70% aller Lebensraumtypen sowie zahlreiche Arten auf der Roten Liste sind besorgniserregende Entwicklungen, die durch intensive Landnutzung, hohen Flächenverbrauch und Freizeitaktivitäten verschärft werden.
Nachhaltige Jagd und Schutzgebiete
Um dieser Situation wirksam zu begegnen, bekennen sich NABU und DJV zur Verantwortung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Die beiden Verbände fordern die Ausweisung neuer und den verbesserten Schutz bestehender Großschutzgebiete in Deutschland. In Nationalparks sollte die natürliche Entwicklung und der Schutz natürlicher Prozesse im Vordergrund stehen, wobei menschliche Eingriffe minimiert werden sollen.
Die Jagd ist in Schutzgebieten legitim, solange sie nicht den Schutzzielen widerspricht. Störungen von Brutgebieten sind dringend zu vermeiden. Um weitere Fragen zu klären und einen effektiven Naturschutz zu ermöglichen, soll in naher Zukunft eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden. Der DJV und der NABU appellieren zudem an die Bundesregierung und Landesregierungen, Flächen in Nationalparks und Naturschutzgebieten in öffentliches Eigentum zu überführen, um einen bestmöglichen Schutz der Natur zu gewährleisten.
Insgesamt zeigt die Diskussionsreihe in Beuren, dass die Jägerschaft eine wichtige Rolle im Naturschutz spielt und sich aktiv darum bemüht, Vorurteile abzubauen und aufzuklären. Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, die Bedeutung der Jagd für die Umwelt und die Gesellschaft verdeutlichen.
Nürtinger Zeitung berichtet, dass die Diskussionsreihe ein wichtiger Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses der Aufgaben von Jägern ist. Ergänzt wird diese Sichtweise durch die Erkenntnisse des Deutschen Jagdverbands und der grundlegenden Standards zum Naturschutz, die der NABU vorstellt.