Das Backteam der Echterdinger Tracht steht in den Startlöchern: Nach der Winterpause wird am Samstag, den 07.03.2026, der nächste Backtag stattfinden. Die Vorbereitungen beginnen bereits am Freitag mit dem Heizen des Ofens, wobei bei Bedarf Heizstrahler zum Einsatz kommen, um eine ideale Temperatur zu gewährleisten. Auf die Besucher warten schwäbische Spezialitäten wie Schnittlauch-Rahm, Kümmel-Salz- und Zuckerdeien, die bei den letzten Backterminen großen Anklang fanden. Insbesondere Kunden, die beim letzten Mal leer ausgegangen sind, sind eingeladen, ab circa 9 Uhr zu kommen. Zur Fairness wird die Abgabe auf maximal drei Deien pro Person begrenzt. Wer sich nicht entmutigen lässt, darf sich auch auf den nächsten Backtag nach dem 07.03.2026 freuen, der für den 07.11.2026 angesetzt ist.
Die Tradition des Brotbackens hat einen festen Platz in der schwäbischen Kultur. Historische Backhäuser, wie sie etwa in Mettingen zu finden sind, zeugen von diesem Erbe. Dort gilt die schwäbische Regel „No net hudla“ – immer mit der Ruhe. Diese Philosophie spiegelt sich in der sorgfältigen Technik des Brotbackens wider, die Doris Eisenmann, Vorsitzende des Fördervereins für die Erhaltung des Mettinger Backhauses, und ihr Team pflegen. Eingesetzte Hilfsmittel wie der „Huddl“, eine lange Holzstange mit einem nassen Rupfensack, helfen beim Reinigen des Ofens, der Temperaturen von 300 bis 400 Grad erreichen kann.
Entwicklung der Backkultur in der Region
Das Backhaus in Mettingen wurde 1865 errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Dieses historische Backhaus ist Teil eines Netzwerks von Einrichtungen, die sich dem Erhalt und der Belebung des bäuerlichen Brauchtums widmen. Im Landkreis Esslingen finden sich zahlreiche restaurierte Backhäuser, darunter zwei öffentliche in Wendlingen und sechs in Lenningen. Diese Initiativen fördern nicht nur den Austausch in den Gemeinschaften, sondern tragen auch zur nachhaltigen Ressourcennutzung bei.
Beim Backen in einem dieser traditionellen Häuser ist die Atmosphäre geprägt von Gemeinschaft und Handwerk. In einem Nebenraum werden Brotteige vorbereitet, während das Feuer im Ofen für die nötige Hitze sorgt. Besonders gefragt sind die frisch gebackenen Brote, die während der Backtage zum Verkauf angeboten werden. Diese Form des Backens ist nicht nur ein Genuss, sondern ein Erlebnis, das die Tradition am Leben hält und eine Verbindung zur Vergangenheit schafft.
In der modernen Backkultur sind die Techniken und Zutaten vielfältig. Bäckermeister wie Jörg Schmid aus Gomaringen bringen neue Impulse ein. Er verwendet italienisches Hartweizenmehl, um Pane di Semola herzustellen, das beim Kneten und Formen zeigt, wie wichtig Zeit und die richtige Fermentation sind. Sein Ansatz betont, dass gutes Brot mit Hingabe und Geduld entsteht. Das Endprodukt, ein luftiges Brot mit Röstaromen und einem Hauch von Zimt, trifft den Geschmack vieler Liebhaber traditioneller Backkunst.
Insgesamt zeigt sich, dass das Backen in der Region nicht nur eine notwendige Nahrungszubereitung ist, sondern auch einen sozialen und kulturellen Wert besitzt. Die Vorfreude auf den nächsten Backtermin der Echterdinger Tracht ist nicht nur eine Chance, regionale Spezialitäten zu genießen, sondern auch der Moment, in dem die Gemeinschaft zusammenfindet und das Erbe des Brotbackens feiert.