Der Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Erms-Neckar-Aichtal im Altenrieter Gemeindehaus war ein voller Erfolg. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Lothar Binding sprach über das wichtige Thema der Generationengerechtigkeit und die Notwendigkeit einer sozialen Balance in unserer Gesellschaft. Bürgermeisterin Patricia Mittnacht unterstrich in ihrer Ansprache die Bedeutung eines solidarischen Miteinanders vor Ort, was in Zeiten des demografischen Wandels und der alternden Bevölkerung von großer Relevanz ist. Die Veranstaltung, die bereits zum 20. Mal stattfand, war mit fast allen der rund 60 Plätze im evangelischen Gemeindehaus gut besucht, ein Zeichen des reges Interesses an diesen zentralen Themen. Organisiert wurde das Event von Hans-Georg Kruse.
In der Debatte um Generationengerechtigkeit und die dazugehörige intergenerationelle Solidarität wird zunehmend deutlich, dass die Interessen junger Menschen oft in politischen Entscheidungen vernachlässigt werden. Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) hat am 24. Oktober 2025 eine Position verabschiedet, die fordert, Generationengerechtigkeit neu zu denken und die Perspektiven junger Menschen in gesellschaftliche und politische Debatten einzubeziehen. Dies ist von Bedeutung, da Prognosen zeigen, dass bis 2035 jeder dritte Mensch in Deutschland 65 Jahre oder älter sein wird, während die Zahl junger Menschen sinkt.
Die Herausforderung der Generationengerechtigkeit
Der Begriff „Generationengerechtigkeit“ ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein zentrales Thema in der Debatte über den Sozialstaat. Oft wird er zur Legitimierung von Sparmaßnahmen in der Haushalts-, Finanz- und Rentenpolitik verwendet. Diese Sichtweise blendet jedoch wichtige soziale und ökologische Dimensionen aus und reduziert das Verhältnis zwischen den Generationen auf monetäre Aspekte. Der DBJR plädiert daher für eine Politik, die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt und den traditionellen Generationenvertrag als unzureichend erachtet. Stattdessen wird ein aktives Miteinander der Generationen gefordert, das auf gegenseitigem Respekt, Anerkennung und Teilhabe basiert.
Die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, erfordern eine Neubewertung der Generationengerechtigkeit. Der Generationenvertrag, der ursprünglich als Leitlinie für Familien- und Sozialpolitik diente, hat seine Wirksamkeit zunehmend verloren. Kritiken an diesem Konzept haben zugenommen, insbesondere mit dem Übergang zum Finanzmarktkapitalismus. Dabei ist es wichtig, dass gesellschaftliche Normen und Leitbilder sich in spezifischen sozioökonomischen Kontexten entwickeln und dass alle Altersgruppen in die Diskussion um soziale Teilhabe und Nachhaltigkeit einbezogen werden.
Die Rolle der Jugend in der Gesellschaft
Jugendverbände und -ringe sind aktive Orte, an denen junge Menschen Verantwortung übernehmen und demokratische Strukturen mitgestalten können. Dies ist besonders wichtig, da echte Jugendbeteiligung institutionelle Rechte und nachhaltige Einflussmöglichkeiten erfordert, die über das formale Wahlrecht hinausgehen. Der DBJR fordert daher eine Absenkung des Wahlalters, um die Interessen junger Menschen besser zu vertreten und Diskriminierungen, die ihre politische Teilhabe beeinflussen, abzubauen.
Insgesamt zeigt sich, dass eine solidarische Gesellschaft Verantwortung für alle Altersgruppen trägt und soziale Sicherheit als gemeinschaftliche Aufgabe fördert. Die Überwindung der Spaltungsnarrative zwischen Jung und Alt ist dabei entscheidend für eine gerechte Gesellschaft. Das Miteinander der Generationen ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Die Diskussion um Generationengerechtigkeit und intergenerationelle Solidarität wird auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle in der politischen Debatte einnehmen und sollte uns alle dazu anregen, aktiv an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitzuarbeiten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den detaillierten Berichten der [Bundeszentrale für politische Bildung](hier) und dem [Deutschen Bundesjugendring](hier).