In der Hauptstraße in Esslingen-Zell gelten seit dem 3. November 2025 zwei unterschiedliche Tempolimits: Tempo 30 in Richtung Altbach und Tempo 50 in Richtung Oberesslingen. Diese Regelung sorgt für Verwirrung unter den Verkehrsteilnehmern, vor allem weil sie zur gleichen Zeit in einer Straße implementiert wurde.
Die Stadtverwaltung Esslingen hat auf die Bedenken der Bürger reagiert und erläutert, dass die Einführung der Tempo-30-Zone Teil der vierten Stufe des Lärmaktionsplans ist, um gesetzliche Bestimmungen zur Lärmbelastung einzuhalten. Der Esslinger Gemeinderat hatte zu Jahresbeginn beschlossen, an mehreren Hauptverkehrsadern Geschwindigkeitsreduzierungen einzuführen.
Hintergrund der Tempolimits
Eine tiefere Analyse zeigt, dass der Grund für die unterschiedlichen Tempolimits auch an der Beschaffenheit der Straßenbeläge liegt. Während die eine Straßenseite der Hauptstraße in Zell mit einem lärmreduzierenden Asphaltbelag saniert wurde, gibt es in Richtung Altbach noch keinen solchen Belag. Dies macht die unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzung notwendig.
Zusätzliche Maßnahmen zur Lärmminderung wurden auch in anderen Teilen von Oberesslingen ergriffen. So gilt in der Hirschlandstraße ein Tempolimit von 30 km/h von der Kreuzung Wielandstraße bis zum Klinikum. In der Plochinger Straße ist ebenfalls ein Tempolimit in Kraft.
Lärmschutz in Baden-Württemberg
Gemäß dem Lärmaktionsplan des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahr 2024 sind Hauptquellen von Lärm in der Region starkbefahrene Straßen und laute Züge. Rund 1,7 Millionen Menschen entlang dieser Hauptverkehrsstraßen sind betroffen. Der Lärmschutz basiert auf zwei Säulen: den Lärmaktionsplänen der Städte und dem Lärmaktionsplan auf Landesebene.
Für kommunale Maßnahmen zum Lärmschutz und zur Verkehrsberuhigung stehen über 56 Millionen Euro bereit. Zu den weiteren Projekten gehören auch ein bauliches Lärmsanierungsprogramm von 85 Millionen Euro zur Entschärfung von Lärmschwerpunkten und die Absenkung der Eingriffsschwelle für Geschwindigkeitsbeschränkungen, um den Lärmschutz zu stärken.
Gesundheitliche Auswirkungen
Eine Untersuchung des Ingenieurbüros schall.tech aus Friedberg hat ergeben, dass durch die hohe Lärmbelastung in der Region Gesundheitsrisiken forciert werden. Tagsüber sind 34 Gebäude mit 277 Einwohnern im gesundheitskritischen Bereich und 18 Gebäude mit 189 Einwohnern im Bereich der Gesundheitsgefährdung. Nachts sind es sogar 27 Gebäude mit 249 Einwohnern, die in einem kritischen Bereich leben.
Diese Entwicklungen verdeutlichen die Dringlichkeit von effektiven Lärmschutzmaßnahmen und der Notwendigkeit zur Repurposing bestehender Infrastrukturen, um den Herausforderungen besser zu begegnen und eine angenehme Wohnumgebung zu schaffen. Eine gute Nachbarschaft erfordert, dass die Stadt die Bedürfnisse der Bürger im Blick behält und kontinuierlich an geeigneten Lösungen arbeitet.
Für weitere Informationen zu den Lärmaktionsplänen in Baden-Württemberg, besuchen Sie die Webseite des Verkehrsministeriums. Detaillierte Informationen zu den unterschiedlichen Tempolimits in der Hauptstraße der Stadt Esslingen finden Sie in diesem Artikel der Esslinger Zeitung.