Am Montag zeigte sich Altbach an der KBS750 von seiner besten Seite mit schönem Herbstwetter. Wie lok-report berichtet, begann die DB Netz Instandsetzung mit einem SKL, der beladen auf dem S-Bahngleis Richtung Plochingen fuhr und später auf dem Ferngleis Richtung Esslingen entladen wurde. Dieses rege Treiben im Bahnverkehr zeigt sich nicht nur durch die regelmäßigen Instandhaltungsarbeiten, sondern auch durch die vielfältigen Züge, die die Region passieren.
Ein besonderes Augenmerk galt Lok 189 286 BEACON, die mit einem leeren Kohlezug aus Plochingen kam. Währenddessen zog die Werklok 2 des Kraftwerks den ersten Teil eines vollen Kohlezugs zur Entladung. Auch der Intercity IC2012 war unterwegs, gezogen von den Loks 218 446 in blitz Blau-Beige und 218 414 in verkehrsrot. Außerdem waren zahlreiche BR218 Loks in der Region aktiv, darunter auch die 218 486 der S-Bahn Stuttgart.
Bunter Mix im Bahnverkehr
Zusätzlich wurde ein Slazug in Richtung Stuttgart/Kornwestheim von DBC 152 099 bespannt. Auf der anderen Seite waren die Mischer mit den Loks 185 183 und 187 161 aktiv. Besonders herausragend waren zwei Loks der Baureihe 111: die 111 075 mit orangefarbener „Max Bögl“ Beschriftung und die 111 017 in Blau mit der Aufschrift „Helrom Trailer Rail“. Das Schlusslicht bildete der Vectron 193 513 mit Kisten, der auf dem Weg nach Ulm war.
Die umfassenden Aktivitäten im Bahnbereich stehen im Kontext mit den Entwicklungen der Bahnindustrie in Deutschland. Laut einem Bericht von Statista, belief sich der Umsatz der Bahnindustrie 2022 auf etwa 14,4 Milliarden Euro. Dies zeigt ein kontinuierliches Wachstum im Vergleich zu 13,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Insbesondere im Schienenfahrzeugbau wurde ein bemerkenswerter Anstieg auf rund 21,5 Milliarden Euro im Jahr 2021 verzeichnet. Dabei sind etwa 56.000 Beschäftigte in der Branche tätig, die sowohl Fahrzeuge (Lokomotiven und Waggons) als auch Infrastruktur (Signale und Weichen) herstellen.
Die Deutsche Bahn operiert diese Züge, sieht sich jedoch mit einem sinkenden Marktanteil konfrontiert. Die Konkurrenz bedroht ihre Position, während Siemens Mobility als größtes Unternehmen der Bahnindustrie mit einem Umsatz von rund 10,6 Milliarden Euro in der letzten Steuerperiode hervorsticht. Siemens vertreibt Hochgeschwindigkeitszüge in Märkten wie China, Spanien und Russland und wird auch in der kommenden Hochgeschwindigkeitsstrecke von Los Angeles nach Las Vegas Fahrzeuge liefern.
Die Herausforderungen der Bahnindustrie
Ein zentrales Thema bleibt die Schienennetzsanierung, die eine große Herausforderung darstellt, da der Zustand der Schienen zu erhöhten Verspätungen führt. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat seit 2020 abgenommen, was sich auch in den sinkenden Fahrgastzahlen widerspiegelt: 2019 zählten die Züge über 2,6 Milliarden Reisende, während es 2023 nur noch 1,8 Milliarden waren. Der Rückgang wird auf geringere Auslastung im Fernverkehr sowie den Verkauf von DB Arriva zurückgeführt.
Auf der anderen Seite plant die Bundesregierung, ihre Investitionen in das Schienennetz bis 2024 auf etwa 16,4 Milliarden Euro zu erhöhen. Dennoch sind die Pro-Kopf-Investitionen in die Schieneninfrastruktur im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nach wie vor niedrig.
Dies zeigt, dass die Bahninfrastruktur in Deutschland weiterhin unter Druck steht, während der Marktanteil der Deutschen Bahn im Schienengüterverkehr im Jahr 2023 bei rund 39 Prozent lag, ein starker Rückgang seit 2007. In Anbetracht dieser Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in den kommenden Jahren entwickeln wird.