Am 8. Februar 2026 feierte Deizisau in Baden-Württemberg einen lebhaften Fasnetsumzug, der Tausende Besucher in die Ortsmitte lockte. Organisiert von der Narrenzunft Deizisau, nahmen 67 Gruppen aus der gesamten Region daran teil. Das Fest war ein farbenfrohes Spektakel, das mit verschiedenen Häsern und Guggenmusiken aufwartete. Unter den auffälligen Teilnehmern waren insbesondere die Feuerteufel aus Gerhausen und die Schlegler aus Deizisau. Diese Vielfalt trug zur festlichen Atmosphäre bei, die die kleinen und großen Narren gemeinsam erleben konnten. Viele Gruppen verteilten zudem Süßigkeiten an die entzückten Kinder, während die Deizisauer Narren grüne Bändel verkauften, um den Umzug zu finanzieren. Zunftmeister Roland Widmann hob die Bedeutung des Netzwerkens zwischen den verschiedenen Zünften hervor, und es wurde anschließend weiter in der Ortsmitte gefeiert, wo die Hästräger und Gäste den Tag ausklingen ließen.
Die Fasnet 2026 hat in Deizisau nicht nur traditionell begonnen, sondern auch mit einer Reihe von Veranstaltungen, die das Fest einleiten. Wie Nussbaum.de berichtete, fand im Kelterhof das traditionelle Häsabstauben statt, bei dem das Häs aus dem Winterschlaf geweckt wurde. Zu den Feierlichkeiten gehörten ein zünftiges Weißwurstfrühstück und Besuche bei den Schützen für das traditionelle Drei-König-Schießen. Damit bot das erste Wochenende der Fasnet eine Vielzahl von Aktivitäten, die die Vorfreude auf die fünfte Jahreszeit steigerten.
Die Ursprünge der Fasnet
Die Fasnet hat vielschichtige und teils heidnische Wurzeln, die bis in vorchristliche Zeiten zurückreichen. Wie auf Planet Wissen ausgeführt wird, gilt sie als Feier zur Vertreibung des Winters und der Begrüßung des Frühlings. Volkskundler und Historiker verweisen darauf, dass die Fasnacht eng mit der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern verbunden ist. Der Name „Fasnacht“ beschreibt die Tage vor der Fastenzeit, die von Donnerstag bis Aschermittwoch dauert.
Traditionell kleiden sich die Feiernden als Teufel oder Narren, was eine Reaktion auf die kirchlichen Verurteilungen in der Vergangenheit darstellt. Diese Verkleidungen sind ein Ausdruck der Freude und Freiheit in der Zeit vor der kargen Fastenzeit. Die Fasnacht, die sowohl eine Feier als auch eine gesellschaftliche Tradition ist, wurde durch die historische Entwicklung des Festes bis ins Mittelalter geprägt. Die ersten Rosenmontagszüge, wie der in Köln 1823, sind Beispiele für die festliche Form, die die Fasnet bis heute angenommen hat.