Altbachs neuer Bürgermeister Sebastian Flörchinger hat die Gemeinde auf herausfordernde finanzielle Zeiten eingestellt. Bei der Einbringung des Haushalts für das Jahr 2026 stellte er fest, dass die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Diese Finanzlage zeigt sich in einem erwarteten Fehlbetrag von 4,7 Millionen Euro. Während die Erträge auf 19,5 Millionen Euro geschätzt werden, stehen den Aufwendungen von 24,2 Millionen Euro immense Ausgaben gegenüber. Flörchinger betont konsequent, dass Kostendisziplin der Maßstab seines Handelns sein wird und keine neuen Kredite aufgenommen werden sollen.

Zusätzlich weist der Bürgermeister darauf hin, dass der sogenannte Sparstrumpf bis 2028 oder 2029 leer sein könnte, sofern keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, plant Flörchinger, mit verschiedenen Akteuren in der Gemeinde zusammenzuarbeiten, um Einsparungen zu erzielen. Darüber hinaus belasten derzeit teure Projekte wie die Kinderbetreuung und die Grundschule massiv den Haushalt. Das Kinderhaus „Mosaik“ wird mit Kosten von 2,2 Millionen Euro beziffert und soll im September seine Türen öffnen.

Instandhaltungs- und Personalkosten

Die Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur stellt eine weitere große Belastung im Haushaltsplan dar. Die Personalaufwendungen steigen im Vergleich zum Vorjahr von 4,9 Millionen Euro auf 5,5 Millionen Euro. Im Kontext des neuen Kinderhauses sind zudem sechs neue Stellen im Stellenplan vorgesehen. Diese Personalkosten tragen zur finanziellen Schieflage der Gemeinde bei, die bereits durch die schweren finanziellen Probleme auf Bundesebene erschwert wird.

Auch bundesweit müssen viele Kommunen ihre Haushalte kritisch unter die Lupe nehmen. Nach aktuellen Berichten aus der Difu wird für das Haushaltsjahr 2024 ein Rekorddefizit von 24,8 Milliarden Euro erwartet. Zudem haben sich die Finanzlagen in den letzten zwei Jahren stark verschlechtert. In einer Umfrage bewerteten nur 17 % der Kommunen ihre finanzielle Situation als „gut“ oder „sehr gut“, während 36 % sie als „mangelhaft“ einschätzen, was einen Anstieg um acht Prozentpunkte im Vergleich zu vor zwei Jahren darstellt.

Ausblick und Herausforderungen

Flörchinger macht deutlich, dass für die kommenden Jahre derzeit keine Besserung der finanziellen Situation in Aussicht steht. 44 % der Kommunen erwarten in den nächsten fünf Jahren eine sehr nachteilige Entwicklung. In Altbach wird somit jeder Schritt, jede Entscheidung und jede Priorisierung entscheidend sein, um die finanzielle Lage zu stabilisieren und langfristig zu verbessern.

Die Herausforderungen für Sebastian Flörchinger und die Gemeinde Altbach sind breit gefächert. Gemeinsam mit dem Gemeinderat wird er einen Plan erstellen müssen, um nicht nur den aktuellen Fehlbetrag zu reduzieren, sondern auch die anstehenden Projekte zukunftsfähig zu gestalten.