Bei der jüngsten Bürgerversammlung im Bergsteigerdorf Kreuth informierte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) rund 50 interessierte Bürger über aktuelle Projekte, die darauf abzielen, die Region attraktiver zu gestalten und den Tourismus zu fördern. Dabei liegen die Pläne zur Verbesserung der Mobilität und der touristischen Infrastruktur im Zentrum der Diskussionen. Insbesondere die Entwicklung eines Expressbusses zwischen München und dem Achensee weckte viel Interesse. Dieser Bus soll künftig von 6 bis 20 Uhr im Stundentakt verkehren und Besucher zu den wichtigen Wanderparkplätzen bringen, wobei die Finanzierung durch das Landratsamt gesichert ist. Allerdings wird die Prüfung auf Tiroler Seite noch durchgeführt, und die Hoffnung auf eine Inbetriebnahme des Expressbusses ist zunächst für das Jahr 2027 angesetzt.Merkur berichtet darüber.
Ein weiteres Thema der Versammlung war die mögliche Erweiterung der Öffnungszeiten der Tourist-Info ab 2026, um den Bedürfnissen der Gäste besser gerecht zu werden. Die Diskussion über Gebühren für öffentliche Parkplätze, die zur Finanzierung von Infrastrukturen wie Toilettenanlagen und Wanderwegen dienen sollen, ist ebenfalls von Bedeutung. Um den Zugang zu naturbelassenen Gebieten zu erleichtern, wird ein Radweg von Wildbad Kreuth zum Gernberg bis 2029 entlang der Bundesstraße geplant. Die Verantwortung für die Bauausführung liegt beim Bund.
Mobilität und Erreichbarkeit
Kreuth ist bereits gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die Bayerische Regionalbahn verbindet die Region effizient mit München und Holzkirchen im Stunden- bzw. Halbstundentakt. Zudem verkehren die RVO-Buslinien 9550 und 9556, die vom Tegernsee Bahnhof nach Kreuth und Wildbad Kreuth fahren, sodass eine Anreise ohne eigenes Auto problemlos möglich ist. Tourenausgangspunkte in Kreuth sind zwischen 06:30 Uhr und 18:30 Uhr erreichbar, und die Buslinie 9550 hat zudem Verbindungen zu Achenkirch und Pertisau am Achensee. Solche Angebote sind besonders wichtig, da der ländliche Raum vor Herausforderungen in der Mobilität steht, wie es auch in der Bundeszentrale für politische Bildung thematisiert wird.
In ländlichen Gebieten wie Kreuth ist der motorisierte Individualverkehr nach wie vor dominant, während der öffentliche Personennahverkehr oft unattraktiv ist. Die Herausforderungen umfassen eine geringere Taktung und begrenzte Bedienzeiten, was zu höheren CO2-Emissionen pro Person führt. Um der Abwanderung aus ländlichen Regionen entgegenzuwirken, sind neue Mobilitätslösungen gefragt, die effizient und nachhaltig sind.
Geplante Entwicklungen
Die Diskussion um die Zukunft des Rathauses und die mögliche Verlagerung in das Gebäude der Tourist-Info ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Laut der Machbarkeitsstudie sind Optionen vorhanden, die auch das benachbarte Sparkassengebäude mit einbeziehen. Gespräche mit der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee sind im Gange, um die Entwurfsplanung und Kostenschätzung voranzutreiben. Ein weiteres Anliegen ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch die Umnutzung des aktuellen Rathauses.
Das Engagement der Gemeinde, sowohl touristische als auch infrastrukturelle Verbesserungen voranzutreiben, weist auf die positiven Perspektiven für Kreuth hin. Die kommenden Jahre könnten entscheidend für die Entwicklung des Bergsteigerdorfs werden, insbesondere mit der geplanten Einbindung der Bürger in die Entscheidungsprozesse.