Am 28. Januar 2026 besuchten 22 Kunstfreundinnen und -freunde das Museum Frieder Burda in Baden-Baden und erlebten eine beeindruckende Ausstellung, die den deutschen Impressionismus in all seinen Facetten präsentiert. Diese besondere Ausstellung zeigt 108 Meisterwerke von bedeutenden Künstlern wie Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Sabine Lepsius, und Dora Hitz. Sie veranschaulichen die tiefgreifende Impressionistische Revolution in der Kunstgeschichte Deutschlands, die durch eine Vielzahl an neuen Techniken und Themen geprägt ist. Das Museum selbst, entworfen von Richard Meier, ist als Tageslichtmuseum konzipiert und zieht täglich bis zu 1.500 Besucher an.
Unter den Besuchern führte die Kunsthistorikerin Florina aus Costa Rica durch die Ausstellung. Max Liebermann, häufig als der Vorreiter des Impressionismus in Deutschland angesehen, nahm bereits 1874 am Ersten Salon der Impressionisten in Paris teil. Sein Werk, das Themen des Alltags und der Natur behandelt, wird in der Ausstellung besonders hervorgehoben. Dies spiegelt sich auch in den Gemälden wider, die Szenen aus Wohnstuben, Hinterhöfen und üppigen Gärten darstellen, sowie in der Entwicklung der Maltechnik, die von glatten Oberflächen zu texturierten Bildern mit offenen Pinselstrukturen überging.
Ein breites Spektrum an Kunstwerken
Die Ausstellung zeigt nicht nur Malereien von Liebermann, sondern umfasst auch Werke von Künstlern wie Fritz von Uhde, dessen „Frauen in einer Nähstube“ präsentiert wird, sowie von Gotthardt Kuehl mit seinem „Alltag im Lübecker Waisenhaus“. Besonders das Gemälde „Unter den Linden“ von Max Slevogt, das patriotische Stimmung im Deutschen Kaiserreich einfängt, sticht hervor und ist inspiriert von Edouard Manets Werk.
Die Ausstellung thematisiert zudem die Auswirkungen der Modernisierung auf die Kunst. Daniel Zamani, Direktor des Museums, erläutert die Faszination der deutschen Impressionisten für das moderne Lebensumfeld Berlins und die Darstellung von Straßenszenen, die oft von der neu eingeführten Gasbeleuchtung inspiriert wurden. Bilder des Malers Lesser Ury zeigen das nächtliche Berlin mit Straßenlaternen und gut gekleideten Menschen.
Kulturelle Verbindungen und Herausforderungen
Die Kunstströmung des Impressionismus war für viele deutsche Maler eine Befreiung von den traditionellen Regeln der akademischen Malerei. Dies führte dazu, dass sie alltägliche Szenen und bürgerliche Freizeitvergnügen in den Fokus ihrer Werke rückten. Dabei wurden neue synthetische Farben, die Ende des 19. Jahrhunderts von der chemischen Industrie bereitgestellt wurden, zur Grundlage ihrer beeindruckenden Werke. Die Entwicklung der Farbtube im Jahr 1832 erleichterte den Malprozess erheblich.
Jedoch erlebte Max Liebermann auch dunklere Zeiten: Unter den Nationalsozialisten wurde er als entarteter Künstler verbannt, und zahlreiche seiner Werke wurden aus Museen entfernt. Diese Aspekte des Lebens und Schaffens von Liebermann bieten wertvolle Einblicke in die Herausforderungen, mit denen Künstler in ihrer Zeit konfrontiert waren.
Insgesamt fördert die Ausstellung „Impressionismus in Deutschland – Max Liebermann und seine Zeit“, die vom 3. Oktober 2023 bis zum 8. Februar 2026 im Museum Frieder Burda zu sehen sein wird, nicht nur das Verständnis für die deutsche Impressionismus-Bewegung, sondern auch die deutsch-französische Freundschaft, unterstützt durch die Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Für Kunstliebhaber und Interessierte bietet sich somit eine außergewöhnliche Gelegenheit, die Werke von über 100 Künstlern aus dem deutschen Impressionismus zu entdecken, die von über 60 internationalen Leihgebern stammen, darunter namhafte Institutionen wie die Alte Nationalgalerie in Berlin und das Musée d’Orsay in Paris.
Für weitere Informationen über die Ausstellung und die faszinierenden Kunstwerke besuchen Sie die Links: Nussbaum, SWR und Museum Barberini.