Am Goldberg-Gymnasium in Sindelfingen findet von Freitag bis Dienstag die „Model United Nations of Goldberg“ (MUNOG) statt. Über 300 Teilnehmende, vorwiegend aus Baden-Württemberg und dem europäischen Ausland, simulieren die Arbeit der Vereinten Nationen. Dieses Planspiel bietet nicht nur die Möglichkeit, die internationale Diplomatie hautnah zu erleben, sondern fördert auch den interkulturellen Austausch. Die Konferenzsprache ist Englisch und die Teilnehmer sind aufgefordert, in formeller Kleidung zu erscheinen, was den Charakter der Veranstaltung unterstreicht.

Die Schüler vertreten nicht ihr Herkunftsland, sondern schlüpfen in die Rolle verschiedener Nationen, um unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Organisiert wird die Konferenz von Schülern des Goldberg-Gymnasiums, unterstützt von einem engagierten Lehrerteam. Etwa 150 Schüler sind in die Durchführung involviert, wobei viele von ihnen neben dem regulären Schulunterricht an den Vorbereitungen arbeiten.

Feministische Außenpolitik im Fokus

Das Motto der MUNOG 2025 lautet „feministische Außenpolitik“. In diesem Kontext legt die Generalsekretärin Lilith Fais besonderen Wert auf die Herausforderungen, mit denen Frauen weltweit konfrontiert sind. Ihre Ansprache wird von der übergeordneten Thematik begleitet, die auf die Notwendigkeit von Gleichheit für alle Geschlechter hinweist, ein Anliegen, das bereits Eleanor Roosevelt betont hat.

Die Konferenz erstreckt sich über fünf Tage und beginnt mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung. Zu den prominenten Gästen gehört Christoph Heusgen, ein ehemaliger Diplomat, der über den Reformbedarf bei den UN und die Dringlichkeit einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit referiert. Seine Erfahrungen und Ansichten bieten eine wertvolle Perspektive für die jungen Delegierten.

Engagement für die Zukunft

Die Schüler arbeiten in Ausschüssen, die echten UN-Institutionen nachempfunden sind. Dort erarbeiten sie Resolutionen, die am letzten Konferenztag in einer Vollversammlung vorgestellt und diskutiert werden. Eine Abschlusszeremonie würdigt die besten Delegierten jedes Komitees und hebt die herausragenden Leistungen der Schüler hervor.

Die Teilnahme an MUNOG eröffnet den Schülern nicht nur die Möglichkeit, ihre Englischkenntnisse zu verbessern, sondern auch internationale Kontakte zu knüpfen. Schulleiterin Veronika Knüppel bringt die Bedeutung der Konferenz für Meinungs- und Demokratiebildung auf den Punkt und weist darauf hin, dass die aktuelle Generation vor Herausforderungen wie Naturkatastrophen, politischen Krisen und Menschenrechtsverletzungen steht. Sie wird ermutigt, aktiv die Zukunft zu gestalten und nicht passiv abzuwarten, was ältere Generationen für sie bereithalten.

In Zeiten von Unsicherheiten über die globale Zukunft ist MUNOG ein wichtiges Forum, das die junge Generation dazu aufruft, für Gleichheit, Vielfalt und Frieden einzutreten. Die Konferenz bietet nicht nur eine Plattform für Diskussionen, sondern inspiriert auch zur aktiven Mitgestaltung einer besseren Welt.