Am kommenden Wochenende wird in der Sindelfinger Stadthalle die Uraufführung des Bauernschlacht-Oratoriums „Unter dem Morgenstern“ stattfinden. Dieses musikalische Werk wurde als Auftragskomposition der Stadt Sindelfingen erstellt und ist Teil der Hauptprojekte zur Biennale 2025. Die spannenden Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, wie szbz.de berichtet.
Die Temperaturen am Junitag steigen dabei auf bis zu 30 Grad. Für die Proben in der Johanneskirche, die sich in der Nähe der Stadthalle befindet, sind die hohen Außentemperaturen eine Herausforderung. An der Eingangstür der Kirche stehen Wasserflaschen bereit, um die Beteiligten mit kühlem Wasser zu versorgen, während in den Innenräumen ein großes Orchester die Musik proben. Diese besteht aus leisen, aber emotionalen Akkorden, die von Cello, Fagott und Horn gespielt werden.
Inhalt und Bedeutung des Oratoriums
Das Oratorium wurde von Christoph Reuter komponiert, während das Libretto von Andreas Hillger stammt. Es behandelt den Bauernkrieg und insbesondere die Schlacht beim Goldberg am 12. Mai 1525. Die thematische Tiefe des Werks beleuchtet die Dramatik sowie die religiösen, sozialen und politischen Kontexte der historischen Ereignisse. Die Doppeldeutigkeit des Titels „Unter dem Morgenstern“ verweist sowohl auf ein Symbol des christlichen Erlösers als auch auf eine mittelalterliche Waffe.
Ein zentrales Element des Oratoriums sind die sogenannten Memminger „Zwölf Artikel“, die in ein „Requiem für die Hoffnung auf Gerechtigkeit“ umgewandelt werden. Die Geschichte wird aus der Perspektive des überlebenden Anführers Marten Feuerbacher erzählt und konfrontiert das Publikum mit starken Bildern, wie dem Bauernschach und den vier Reitern der Apokalypse.
Beteiligte Künstler und musikalische Darbietung
Das Oratorium wechselt zwischen emotional starken Klangerlebnissen von Chor und Orchester und melodramatischen Rezitationen. Der Gesamtleitende Matthias Hanke hat für die Inszenierung eine Vielzahl von Mitwirkenden gewinnen können. Zu den prominentesten zählen:
- Boris Aljinovic (Sprecher)
- Barbara Berg (Sopran)
- Generationenübergreifender Chor aus Schülerinnen und Schülern des Goldberggymnasiums (Leitung: Monika Roos)
- Chor an der Johanneskirche (Leitung: Michael Kuhn)
- Chor St. Paulus (Leitung: Alicia Angiolino)
- Cappella Nuova (Leitung: Daniel Tepper)
- Projektchor-Sängerinnen und -Sänger
- Streichorchester der SMTT (Leitung: Theresia Hanke)
- Sinfonieorchester Sindelfingen (Leitung: Christina Krebs)
- Hanke Brothers und Band
Die Frage nach dem Wert des Kampfes für Frieden und Gerechtigkeit wird während der Darbietung thematisiert und regt zum Nachdenken an. Durch die Reflexion der Ereignisse am Goldberg aus heutiger Perspektive wird zudem die Bedeutung des Bauernaufstands für Menschenrechte und Demokratie herausgestellt, wie visit-sindelfingen.de weiter informiert.