Im Kreis Böblingen ist die aktuell ausgesetzte Schönbuchbahn ein zentrales Thema für viele Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Laut Kreiszeitung Böblingen ist der Betrieb der Bahn im Februar 2026 komplett eingestellt worden, was gravierende Folgen für den Schulweg hat. Insbesondere das Otto-Hahn-Gymnasium in Böblingen leidet darunter, denn häufige Verspätungen und verkürzte Unterrichtszeiten sind die Folge der unzuverlässigen Bahn.

Die Schulleiterin des Gymnasiums, Stefanie Bermanseder, berichtet von erheblichem Stress, den die aktuelle Situation sowohl bei Lehrern als auch bei den Schülern auslöst. Eltern sind besorgt, dass der Schulweg durch die unzureichende Anbindung zu kompliziert wird, was einen Rückgang der Anmeldezahlen zur Folge hat. Viele Familien entscheiden sich deshalb für Schulen, die besser erreichbar sind.

Der Weg zur Schule wird zur Herausforderung

Aktuell sind nur zwei Züge der Schönbuchbahn im Einsatz, obwohl für einen geregelten Verkehr neun Züge erforderlich wären. Beschwerden und Anliegen von Eltern und der Schulleitung fanden bis jetzt kein Gehör, was die Unzufriedenheit weiter erhöht. Kinder sind gezwungen, oft zu Fuß zum Hauptbahnhof oder zur S-Bahn Haltestelle Hulb zu gehen, was einen 20-minütigen Fußmarsch bedeutet. Vor allem in den Wintermonaten sinkt die Nutzung des Fahrrads stark, weshalb viele Eltern auf das Auto zurückgreifen.

Die aktuelle Lage hat auch Auswirkungen auf die Schulwegsicherheit. Die Polizei und Organisationen wie der ADAC bieten Verkehrserziehungsprogramme an, die über 180.000 Kinder jährlich nutzen. Solche Initiativen sind besonders wichtig, um Kindern beizubringen, wie sie sicher zur Schule gelangen, insbesondere wenn der Schulweg durch unzuverlässige Verkehrsanbindungen kompliziert ist berichtet der GVV.

Um den Schulweg sicherer zu gestalten, befürworten Experten helle Kleidung und Sicherheitswesten, die die Sichtbarkeit bei Dunkelheit erhöhen. Zudem können organisierte Gruppen wie das Walking-Bus-Konzept die Sicherheit für Kinder verbessern und deren Selbstständigkeit fördern.

Reaktionen der Verantwortlichen

Landrat Roland Bernhard hat dem Betreiber, der Caf, ein Ultimatum bis Ende Februar gesetzt. Seit der Jungfernfahrt der Elektrozüge im Oktober 2025 kam es immer wieder zu Problemen, die nicht nur den Schülertransport, sondern auch den gesamten öffentlichen Nahverkehr im Kreis Böblingen betreffen. Die Gemeinden zwischen Dettenhausen und Böblingen sind auf die Schönbuchbahn angewiesen, die ursprünglich mit einem 30-Minuten-Takt zu den Hauptverkehrszeiten betrieben wurde.

Der Betrieb wurde 2019 nach umfangreichen Arbeiten zur Elektrifizierung und Modernisierung der Strecke regulär aufgenommen. Der Rückgang der Zuverlässigkeit und die Probleme seit November 1998 werfen nun Fragen zur Zukunft dieser wichtigen Anbindung auf. Die Kommunen stehen in der Verantwortung, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Verkehrssicherheit und die Zufriedenheit ihrer Bürger zu gewährleisten.