Am Samstag, den 25. Oktober 2025, fand die planmäßige Sprengung der Kühltürme des stillgelegten Atomkraftwerks Gundremmingen statt. Um 12 Uhr fiel der Startschuss, und innerhalb von nur 15 Sekunden legten sich die imposanten Türme, die bis zu 160 Meter hoch waren und jeweils 56.000 Tonnen wogen, senkrecht in sich zusammen. Diese Sprengung markiert einen weiteren Schritt im langfristigen Rückbau des Kernkraftwerks, das einst eines der größten Atomkraftwerke Deutschlands war und eine bedeutende Rolle in der Energieversorgung Bayerns spielte. Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass die Kühltürme zur Kühlung des erhitzten Kühlwassers vor der Rückleitung in die Donau dienten und seit ihrer Errichtung zwischen 1977 und 1980 Teil der lokalen Landschaft waren.
Insgesamt versammelten sich rund 30.000 Schaulustige in der Umgebung des Kraftwerks, um dieses historische Ereignis live zu verfolgen. Bei regnerischem Wetter wurde die Sprengung durch die Präsenz von Polizei begleitet, die eine große Sperrzone einrichtete, um die Sicherheit zu gewährleisten. Laut BR gab es zwar eine gemischte Stimmung unter den Zuschauern – viele waren euphorisch über das Ende der Atomkraft, während andere Wehmut über den Verlust der Kühltürme empfanden – aber es wurden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet.
Die Geschichte des AKW Gundremmingen
Das AKW Gundremmingen hat eine bewegte Geschichte, die bis in das Jahr 1966 zurückreicht, als Block A in Betrieb genommen wurde. Dies war das erste große Atomkraftwerk Deutschlands. Block B wurde 2017 stillgelegt, gefolgt von Block C im Jahr 2021. Der wirtschaftliche Totalschaden von Block A durch einen Störfall im Jahr 1977 war ein Wendepunkt, der die öffentliche Meinung über die Kernenergie maßgeblich beeinflusste. Der Rückbau des gesamten Komplexes wird voraussichtlich bis in die 2030er Jahre dauern, ergänzt durch Tagesschau, die auf die potenziellen Sorgen über die langfristige Lagerung von alten Brennstäben im Zwischenlager hinweist, dessen Genehmigung bis 2046 gültig ist.
Die heutige Sprengung ist nicht nur das Ende eines Wahrzeichens, sondern auch der Beginn eines neuen Kapitels für Gundremmingen. Bürgermeister Tobias Bühler äußerte sich optimistisch über die Zukunft des Standorts. Geplant sind unter anderem ein großer Batteriespeicher mit einer Kapazität von rund 700 Megawattstunden, ein neues Gaskraftwerk und Photovoltaikanlagen, die zum erneuerbaren Energiemix der Region beitragen sollen. Der Spatenstich für den Batteriespeicher steht bevor, und damit hat Gundremmingen die Chance, sich als Energiestandort neu zu positionieren.
Der Rückbau wird mit einem gezielten Recyclingansatz einhergehen: Das Material der Kühltürme wird in verschiedenen Bauvorhaben, wie im Straßenbau, wiederverwendet. Diese Maßnahmen unterstreichen den Übergang von der Atomkraft hin zu einer nachhaltigen Energiezukunft für die Region, die durch innovative Projekte unterstützt wird.