Am 7. November 2025 fand die Einweihung einer neuen Agri-Photovoltaikanlage am Ihinger Hof in Renningen statt. Diese innovative Forschungsanlage erstreckt sich über eine Fläche von 3.600 Quadratmetern und wurde ohne den Einsatz schwerer Baumaschinen errichtet, um Bodenschäden zu vermeiden. Staatssekretärin Sabine Kurtz nahm an der offiziellen Eröffnung teil und betonte die Wichtigkeit solcher Projekte für die nachhaltige Landwirtschaft in Baden-Württemberg.
Die Anlage besitzt eine Nennleistung von 218 kWp und ein erwarteter jährlicher Stromertrag von etwa 200.000 kWh. Diese Effizienz wird durch die Installation von bifazialen Doppelglasmodulen auf einer bis zu zehn Meter hohen Stahlkonstruktion ermöglicht. Die Gewerbegruppe hat zudem dafür gesorgt, dass die Fläche zu etwa 30 % beschattet wird, was positive Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzung verspricht.
Forschungsergebnisse und Ziele
Ein zentrales Ziel der Forschung ist die Verbindung von Stromerzeugung und Ackerbau. Die Wissenschaftler untersuchen die Auswirkungen der Agri-PV-Anlage auf verschiedene Anbaupflanzen, einschließlich angepasster Sorten und Fruchtfolgen. Besonders im Fokus stehen die Pflanzenphysiologie sowie das Anpassungspotenzial der Kulturen an veränderte Lichtbedingungen. Erste Versuche zeigen, dass durch diese Technologie die Ernteeinbußen gering bleiben und die Erträge stabiler sein können, insbesondere in Zeiten von Hitze- und Trockenperioden.
Die Forschungsanlage teilt sich in 13 x 14 Meter große Parzellen, die es erlauben, unterschiedliche Kulturen und Sorten parallel anzubauen und zu vergleichen. Zusätzliche Forschungsschwerpunkte sind die Mikroklima-Überwachung sowie die Untersuchung des Bodenlebens und -stoffwechsels. Hierbei wird das Zusammenspiel von Kohlenstoff, Nährstoffen und Wasser eine wichtige Rolle spielen, um lokale Biodiversität und Ökosystemleistungen zu fördern.
Förderung und zukünftige Veranstaltungen
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR). Die neue Anlage ist Teil der Modellregion Agri-PV Baden-Württemberg, die sich der Förderung innovativer Agri-PV-Projekte und deren wissenschaftlicher Begleitung widmet. Um ein breiteres Publikum zu erreichen und den Wissensaustausch zu fördern, wird eine öffentliche Vortragsreihe zum Thema Agri-PV angeboten. Diese findet vom 3. Dezember 2025 bis zum 28. Januar 2026 statt und wird online übertragen.
Die positive Entwicklung in der landwirtschaftlichen Forschung in Deutschland spiegelt sich auch in der zunehmenden Internationalität wider. So wird beispielsweise im New Yorker Landwirtschaftsministerium ein Foto-Wettbewerb durchgeführt, der die Schönheit der landwirtschaftlichen Gemeinschaft in den USA fördern soll. Diese Initiativen zeigen, dass Landwirte weltweit innovative Ansätze verfolgen, um nachhaltige Praktiken in der Landwirtschaft zu integrieren und zugleich die Schönheit der Natur zu dokumentieren.
Die neue Agri-PV-Anlage am Ihinger Hof wird entscheidende Erkenntnisse liefern, um den Herausforderungen der modernen Landwirtschaft gerecht zu werden und gleichzeitig zur Energieerzeugung beizutragen. Der interdisziplinäre Ansatz verspricht nicht nur Fortschritte in der Agrarforschung, sondern auch Perspektiven für die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft in Baden-Württemberg und darüber hinaus.