In Mötzingen tut sich einiges im Bereich der Energieversorgung. Der Gemeinderat hat kürzlich einen neuen Stromkonzessionsvertrag mit Netze BW für die nächsten 20 Jahre genehmigt. Dies geschieht im Rahmen eines umfangreichen Netzausbaus, der in Baden-Württemberg bis 2045 mit rund 36 Milliarden Euro gefördert wird. Für Mötzingen sind Investitionen zwischen 20 und 25 Millionen Euro geplant, um die Energieversorgung zukunftssicher zu gestalten. In den letzten fünf Jahren wurden bereits über zwei Millionen Euro in den Netzausbau investiert, darunter 850.000 Euro in die Baugebiete Röte II und III.
Ein besonders spannendes Projekt ist der geplante Neubau eines Umspannwerks auf dem Wolfsberg, das sich derzeit in der Projektierungsphase befindet. Die Grundstücke dafür sind bereits verfügbar. Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, während die Inbetriebnahme für Ende 2030 angestrebt wird. Der Rückbau bestehender Anlagen soll im Jahr 2031 beginnen. Interessant ist, dass in Mötzingen bereits 37% des verbrauchten Stroms selbst produziert werden. Die Anzahl der Photovoltaikanlagen hat sich von 2024 auf 2025 um 15% auf nunmehr 429 Anlagen erhöht. Zudem gibt es 54 Balkonkraftwerke, die zunehmend für den Eigenverbrauch optimiert und mit Speichern ausgestattet sind.
Fokus auf Netzsicherheit und Bürgerinformation
Netze BW hat sich auch auf Notfall- und Krisenmanagement spezialisiert, insbesondere nach den jüngsten Stromausfällen in Berlin. Um die Sicherheit der 280 Umspannwerke in Baden-Württemberg zu gewährleisten, werden Überlegungen angestellt, diese mit Nato-Stacheldraht und Kameras abzusichern. Die Nachfrage nach Großbatteriespeichern ist in Baden-Württemberg enorm – die Anfragen übersteigen den voraussichtlichen Bedarf bis 2045 um das Zehnfache.
Die gesetzliche Aufgabe, die Energieversorgung zu sichern, wird mit Engagement wahrgenommen. Dabei sind die Arbeiten am bestehenden Höchstspannungsnetz und dem Leitungsneubau mit vielen Fragen verbunden, wie etwa dem Bedarf an neuen Leitungen oder den Auswirkungen von Freileitungen. Um die Bürger transparent zu informieren, bietet Netze BW Informationsabende an, um den aktuellen Stand der Projekte vorzustellen. Außerdem werden Informationen in Broschüren und Steckbriefen bereitgestellt, und persönliche Fragen können durch Klicken auf die Projektregion auf der Karte gestellt werden (TransnetBW).
Die Weichen für die Zukunft stellen
Der Netzausbau in Baden-Württemberg ist nicht nur eine Frage der technischen Umsetzung, sondern auch der Einbindung der Bevölkerung. Übertragungsnetze werden in einem zeitaufwändigen Planungsverfahren festgelegt, das die Bürger einbezieht. Der Netzentwicklungsplan, der alle zwei Jahre fortgeschrieben wird, enthält wichtige Optimierungs- und Ausbaumaßnahmen für die nächsten zehn Jahre. Dies ist auch Grundlage für das Bundesbedarfsplangesetz, das seit Juli 2013 in Kraft ist. Es umfasst rund 100 energiewirtschaftlich notwendige Leitungsbauvorhaben, von denen 14 landesübergreifend in Baden-Württemberg liegen (Baden-Württemberg).
Die Herausforderungen des Netzausbaus sind vielfältig und erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren sowie der Bevölkerung. Mötzingen ist dabei ein Beispiel für eine zukunftsorientierte Gemeinde, die aktiv an der Gestaltung ihrer Energieversorgung arbeitet.