In einer Sondersitzung hat der Gemeinderat von Mötzingen einstimmig das „Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept Mötzingen 2040“ genehmigt. Diese bedeutende Entscheidung unterstützt die langfristige Planung der Gemeinde bis zum Jahr 2040. Gleichzeitig wurde auch ein Neuordnungskonzept für das geplante Sanierungsgebiet „Ortskern III“ verabschiedet. Der Antrag zur Aufnahme in das Programm der Städtebauförderung wird noch im Oktober 2025 eingereicht, wobei eine Entscheidung für das Frühjahr 2026 erwartet wird. Bürgermeister Benjamin Finis hebt hervor, dass das Konzept die zukünftige Entwicklung von Mötzingen maßgeblich steuern soll, was die Bürger besonders unterstützt.
Der Maßnahmenplan enthält mehrere wichtige Aspekte, die darauf abzielen, die Lebensqualität in der Gemeinde zu verbessern. Dazu gehört eine Erhöhung des Anteils an Mietwohnungen sowie die Schaffung von altersgerechtem Wohnraum. Zudem soll die Belebung von Baulücken und Leerständen vorangetrieben werden. Eine Herausforderung stellt die Nutzung unbebauter Flächen dar, weshalb die Möglichkeit einer Grundsteuer C, die einen Anreiz zur Bebauung schaffen könnte, diskutiert wird. Geplante städtebauliche Maßnahmen sind auch auf die Stärkung der Ortsmitte ausgerichtet, um Modernisierungsanreize für private Eigentümer zu schaffen.
Maßnahmen zur Verbesserung der Ortsmitte
Im Hinblick auf die Ortsmitte sind verschiedene Projekte angedacht. So steht die Gestaltung der Schlossgartenstraße sowie die Modernisierung des Rathauses auf der Agenda. Ein Konzept für das ehemalige Kronenareal wird ebenfalls entwickelt. Soziale Projekte sollen Treffpunkte für alle Altersgruppen schaffen und Perspektiven für den Gewerbestandort bieten. Ein zentrales Anliegen der Bürger ist die Digitalisierung der Gemeinde, die den Breitbandausbau und ein digitales Rathaus umfasst.
Darüber hinaus sind auch Erneuerbare Energien, ein Grünraumkonzept und Klimaschutzmaßnahmen im Straßenraum von Bedeutung. Für das Sanierungsgebiet „Ortskern III“ wird ein Förderrahmen von etwa 4,84 Millionen Euro benötigt, wobei die Gemeinderäte die Prioritäten für die Aufnahme in das Förderprogramm festgelegt haben. Dazu zählen auch die Schaffung eines Ärztehauses und Maßnahmen zur Oberflächenwasserbewirtschaftung, um die Infrastruktur der Gemeinde weiter zu verbessern.
Erfolgreiche Städtebauförderung als Schlüssel
Mötzingen profitiert bereits von der Städtebauförderung, die darauf abzielt, öffentliche Räume aufzuwerten und soziale Einrichtungen zu modernisieren. Ministerin Nicole Razavi MdL verdeutlicht die bedeutende Rolle dieser Förderangebote für die kommunale Entwicklung. Sie betont, dass jeder geförderte Euro bis zu acht Euro an Folgeinvestitionen auslösen kann, was insbesondere dem regionalen Baugewerbe und Handwerk zugutekommt.
Im Rahmen der Innenentwicklung sind bereits 59 neue Wohnungen geschaffen worden, zudem wurden vier Wohnungen umfassend modernisiert. Ein neues Betreuungszentrum mit Tagespflege, Pflegewohngruppe und zwölf barrierefreien Wohnungen wurde errichtet. Auch die Gemeindehalle wurde umfassend modernisiert, während alte Gebäudesubstanz abgerissen wurde, um Platz für neue Parkplätze zu schaffen. Zentrale Bereiche der Ortsmitte, wie der Kreuzungsbereich, wurde umgestaltet, um die Verkehrssituation zu verbessern und optisch ansprechende Freiflächen durch neue Wegegestaltung geschaffen. Ferner wurden Spielplätze in der Weiher- und Kaisergartenstraße neugestaltet, wodurch die Attraktivität der Gemeinde weiter erhöht wird.
Die bevorstehenden Maßnahmen in Mötzingen bieten eine vielversprechende Möglichkeit, die Lebensqualität der Einwohner nachhaltig zu erhöhen. Die Schaffung von Wohnraum, sozialen Einrichtungen sowie die Optimierung von alltäglichen Infrastrukturmerkmalen zeigen die feste Ausrichtung auf eine positive Entwicklung der Gemeinde in den kommenden Jahren.