Mötzingen steht vor einer finanziellen Herausforderung im Jahr 2026, da der Haushaltsplan einen Fehlbetrag von voraussichtlich 440.000 Euro aufzeigt. Bei der Gemeinderatssitzung erläuterte Bürgermeister Benjamin Finis, dass Sparpotenziale identifiziert werden konnten, um die finanzielle Situation zu verbessern. Der Kämmerer Christian Stepen ergänzte, dass das Gesamtergebnis im Vergleich zum ursprünglichen Haushaltsentwurf um 190.000 Euro optimiert werden konnte.

Im Ergebnishaushalt sind ordentliche Erträge von insgesamt 11,86 Millionen Euro und Aufwendungen in Höhe von 12,30 Millionen Euro eingeplant. Die wichtigste Einnahmequelle für die Gemeinde bleibt der Anteil an der Einkommenssteuer, der bei 2,92 Millionen Euro liegt. Zusätzlich trägt die Grundsteuer B 595.000 Euro und die Gewerbesteuer 900.000 Euro bei. Das Gewerbesteueraufkommen hat in diesem Jahr den höchsten Stand seit 2007 erreicht.

Steigende Personalkosten und Investitionen

Ein Blick auf die Ausgaben zeigt, dass die Personalkosten von knapp 5,1 Millionen Euro 45 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen. Diese Kosten haben sich seit 2016 mehr als verdoppelt und stellen somit einen erheblichen finanziellen Posten dar. Für 2026 sind Investitionen von insgesamt 7,85 Millionen Euro geplant, unter anderem für:

  • Grunderwerb: 4,54 Millionen Euro für die Baugebiete Röte II und III.
  • Baumaßnahmen: 1,95 Millionen Euro.
  • Erweiterung der Grundschule: 600.000 Euro.
  • Radwegverbindung Mötzingen-Öschelbronn: 900.000 Euro, einschließlich Fördermitteln.
  • Flurneuordnung: 200.000 Euro.
  • Entsiegelung der Goethestraße: 100.000 Euro.

Die Diskussion im Gemeinderat thematisierte die Auswirkungen gefundener Förderungen auf die Bürgersteuern. Einige Mitglieder des Rates hoben die Notwendigkeit hervor, positiv in die Zukunft zu blicken und die richtigen Entscheidungen für die Gemeinde zu treffen.

Haushaltspläne in Baden-Württemberg

Insgesamt ist die Diskussion um die Haushaltspläne nicht nur auf Mötzingen beschränkt. In ganz Baden-Württemberg haben viele Kommunen ihre Haushaltspläne online zur Verfügung gestellt. Dies wird empfohlen, um Transparenz und Zugänglichkeit zu gewährleisten, sodass Bürger Informationen schnell und leicht finden können. Trotz der Bereitstellung von mehr Informationen bleibt es wichtig, dass die Haushaltspläne gut auffindbar sind.

Die kommunalen Haushaltspläne spielen eine entscheidende Rolle in der Daseinsvorsorge, da Kommunen für Aufgaben wie den öffentlichen Personennahverkehr, Energie- und Wasserversorgung sowie für die Trägerschaft von Schulen verantwortlich sind. Die Finanzierung dieser Aufgaben erfolgt unter anderem durch Zuweisungen der Länder und eigene Steuerquellen der Kommunen. Die Kombination dieser Mittel ermöglicht es den Gemeinden, wichtige Investitionen zu realisieren und notwendige Dienstleistungen anzubieten, auch wenn einige Städte mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen.[bundesfinanzministerium.de]

Die Landesregierung und die Kommunen sind gemeinsam gefordert, Lösungen zu erarbeiten, um die kommunale Infrastruktur nachhaltig zu sichern und den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin hochwertige Leistungen anbieten zu können.[kommunalfinanzen-bw.de]