Die Feuerwehr Mötzingen hat am 30. September 2025 eine umfassende Hauptübung durchgeführt, die der Überprüfung der Einsatzbereitschaft und der Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren sowie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) diente. Szenario der Übung war ein Brand im Erdgeschoss des Mötzinger Rathauses, wobei die Einsatzkräfte davon ausgehen mussten, dass die Fluchtwege für mehrere Personen im Obergeschoss durch Feuer und Rauch blockiert waren, was zusätzliche Herausforderungen für die Rettung darstellte. Entsprechende Hilferufe waren im Übungsverlauf vernehmbar, während bereits Rauch aus dem Obergeschoss drang, was die Dringlichkeit der Maßnahmen erhöhte. Der stellvertretende Kommandant Clemens Häffelin gab während der Übung wertvolle Informationen über den Verlauf des Einsatzes weiter.
Die erste priorisierte Aufgabe der Einsatzkräfte war die Menschenrettung, die parallel zur Brandbekämpfung eingeleitet wurde. Die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Mötzingen realisierten den Zugang zum verrauchten Rathaus durch den Haupteingang. Um Personen aus dem Ratssaal zu retten, wurde die Drehleiter aus Nagold strategisch auf dem Schlossplatz positioniert. Insgesamt mussten 16 Personen aus dem Gebäude befreit werden, darunter auch Bürgermeister Benjamin Finis.
Kollaboration und Hygienemaßnahmen
Besonders hervorgehoben wurde die Unterstützung der Feuerwehr Gäufelden, die einen Hygieneanhänger mitbrachte. Dieser war für Hygienemaßnahmen nach Brandeinsätzen ausgestattet, was angesichts der aktuellen Standards und Normen von hoher Wichtigkeit ist. Das Hygienekonzept umfasste sowohl Dekontamination als auch die Versorgung der Einsatzkräfte direkt an der Einsatzstelle. Kommandant Stefan Thoma wies auf die Bedeutung der enge Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren und die Einhaltung notwendiger Reaktionszeiten hin, während Bürgermeister Finis die Übung als äußerst realitätsnah bezeichnete und die entscheidende Rolle der Drehleiter aus Nagold lobte.
Nach der Übung fand im Gerätehaus eine Manöverkritik statt, die Raum für Reflexion und Verbesserung bot. Den Abschluss bildete ein Grillabend, der von den Mötzinger Gemeinderäten organisiert wurde, um die Leistungen der Feuerwehr zu würdigen.
Die Bedeutung von Übung und Planung
Die Übung verdeutlicht die Wichtigkeit einer strukturierten Planung im Feuerwehrdienst, die in der Regel die Grundpfeiler erfolgreicher Übungen umfasst. Die Notwendigkeit, grundlegende Handgriffe zu üben, zeigt, dass häufige und langweilig empfundene Feuerwehrübungen nicht den gewünschten Lerneffekt erzielen können; seien es beispielsweise regelmäßige Alarmfahrten, die die Realitätsnähe und Aufmerksamkeit verbessern. Der Wettbewerbsgedanke, bei dem Trupps benotet werden und die Möglichkeit haben, durch richtige Handlungen zu glänzen, trägt zur Motivation der Feuerwehrleute bei.
Für die Feuerwehr Mötzingen ist es entscheidend, sich nicht nur auf den Ernstfall vorzubereiten, sondern auch kreative Ansätze in die Ausbildung zu integrieren. So sind Übungen, die in einer herausfordernden Umgebung mit Zeitlimits und Aufgabenstellungen stattfinden, von großer Bedeutung. Positives Feedback über den Umgang mit innovativen Techniken, wie der Verwendung von Wärmebildkameras, zeigt die fortlaufende Weiterentwicklung in der Ausbildung.
Insgesamt sorgt die Feuerwehr Mötzingen durch diese Übungen dafür, dass ihre Einsatzkräfte optimal auf Notfälle vorbereitet sind, und zeigt durch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und die Berücksichtigung von Hygienemaßnahmen, wie wichtig moderne Standards und Techniken im Brand- und Katastrophenschutz sind. Die aktuellen Weiterentwicklungen in der Ausbildung sind zudem ein demonstrativer Schritt hin zu mehr Spaß und Kreativität im Feuerwehralltag.