Am 30. Januar 2026 haben die LEADER-Aktionsgruppen in Baden-Württemberg einen bedeutenden Schritt in Richtung Sichtbarkeit und Vernetzung unternommen. Erstmals bündeln die 20 Gruppen ihre Social-Media-Aktivitäten und richten gemeinsame Accounts auf Facebook, Instagram und Mastodon ein. Diese Initiative zielt darauf ab, die ländliche Entwicklung in der Region ins Rampenlicht zu rücken und die Öffentlichkeit über die Arbeit der Aktionsgruppen zu informieren. Laut Nussbaum sollen über die neue Plattform Einblicke in die LEADER-Arbeit gegeben werden, einschließlich der Vorstellung aller beteiligten Regionen.
Durch die gemeinsamen Social-Media-Aktivitäten wird der Austausch zwischen verschiedenen Regionen gestärkt. Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure vor Ort können sich besser vernetzen. Die Plattform wird auch dazu verwendet, Berichte von engagierten Akteurinnen und Akteuren zu veröffentlichen, um deren Praxis und Motivation vorzustellen. Des Weiteren werden innovative und nachhaltige Projekte präsentiert, die aus den LEADER-Initiativen hervorgegangen sind. Zukünftig erwarten die Gruppen wiederkehrende Beiträge mit relevanten Zahlen und Fakten zur Wirkung ihrer Arbeit in Baden-Württemberg.
Die LEADER-Aktionsgruppen
Die LEADER-Aktionsgruppen sind Teil eines Förderprogramms der Europäischen Union, das seit 2015 in Baden-Württemberg in 20 Regionen umgesetzt wird. Wie Baden-Württemberg erläutert, fördert das Programm die Entwicklung ländlicher Regionen mit einem „Bottom-up-Ansatz“. Dabei entscheiden die Aktionsgruppen über die Förderung von Projekten, die lokale Ideen und Bedürfnisse widerspiegeln.
Das übergeordnete Ziel von LEADER ist es, ländliche Regionen zukunftsfähig zu gestalten und auf Herausforderungen wie den Klimawandel, Ressourcenschutz und demographischen Wandel zu reagieren. In der Förderperiode 2023-2027 stehen hierfür 76 Millionen Euro öffentliche Mittel für Projekte in Baden-Württemberg zur Verfügung. Ein wichtiger Aspekt der LEADER-Arbeit sind die Regionalen Entwicklungskonzepte, die Perspektiven und Vorhaben für die kommenden Jahre skizzieren.
Die Bedeutung der EU-Förderung
LEADER ist nicht nur ein wichtiges Instrument der Regionalentwicklung, sondern auch ein Teil der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) Agri, die Projekte in ländlichen Regionen unterstützt. Die Programme tragen dazu bei, innovative Ansätze in der Landwirtschaft und darüber hinaus zu fördern. Laut BMLEH sollen durch lokale Aktionsgruppen sowohl Stärken als auch Entwicklungsmöglichkeiten der jeweiligen Region identifiziert werden.
Die EU-Förderungen spielen eine entscheidende Rolle für die Dynamik in ländlichen Gebieten. LEADER hat im Jahr 2023 14 % der EU-Mittel für ländliche Entwicklung in Deutschland verwaltet, was über dem Mindestplafond von 5 % liegt. Die Projekte reichen von der Stärkung der regionalen Wirtschaft über interkommunale Zusammenarbeit bis hin zur Tourismusförderung, wobei stets die Einbindung verschiedener Akteure und der Einfluss der Öffentlichkeit gewahrt werden sollen.