Inmitten eines besorgniserregenden Masernausbruchs in den USA plant das Gesundheitsministerium von South Dakota, mobile Kliniken in unterversorgte und vaccinationsschwache Gebiete zu entsenden. Diese Initiative wird als Reaktion auf die ersten beiden Masernfälle seit neun Jahren im Bundesstaat betrachtet, darunter ein weiterer Fall in Rapid City. Laut Brookings Register sollten Personen, die am 1. Juni Sam’s Club in Rapid City besuchten oder am darauffolgenden Tag das Dakota Premier Medical Center aufsuchten, 21 Tage lang auf Symptome achten.

Masern sind eine hoch ansteckende Viruskrankheit, die besonders Menschen ohne Impfschutz betrifft. Die Gesundheitssekretärin Melissa Magstadt erklärte, dass die „Wellness on Wheels“-Kliniken darauf abzielen, die Impfungen zu fördern. Diese mobile Klinikflotte besteht aus fünf Fahrzeugen, die Immunisierungen, STD-Tests, Screenings, präventive Pflege und weitere Unterstützung anbieten. Das Programm wurde im April letzten Jahres eingeführt, gefördert durch Mittel für COVID-Hilfen und hat Kosten von etwa 800.000 Dollar. Es ist Teil größerer Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, darunter Programme für Gesundheitsarbeiter in Gemeinden und Zugang zu Telemedizin.

Herausforderungen und regionale Ungleichheiten

South Dakota hat einige der niedrigsten Einschulungsimpfungsraten für Masern, Mumps und Röteln, insbesondere in den Landkreisen Faulk, Jones und Hutchinson. Ein 2023 veröffentlichter Bericht der University of Wisconsin Population Health Institute zeigt, dass Landkreise mit Tribalgebieten und ländlichen Gebieten im Zugang zu klinischer Versorgung schlecht abschneiden. Außerdem plant das Gesundheitsministerium, eine mobile Einheit diesen Sommer bei einem Obdachlosenheim in Rapid City zu stationieren, um benachteiligte urbane Gemeinschaften zu erreichen.

In einem weiteren Kontext berichten DISA über die besorgniserregende Rückkehr der Masern in den USA, mit einer Verdopplung der Fälle im Vergleich zum Vorjahr und steigenden Zahlen, die sich schnell einem 34-Jahres-Hoch nähern. Im Jahr 2025 wurden bereits 607 bestätigte Fälle in 22 Bundesstaaten gemeldet. Besonders besorgniserregend ist die hohe Anzahl der Ungeimpften unter den Erkrankten, wobei lediglich 3% der Fälle einen bekannten Impfstatus aufweisen.

Impfstoffskepsis und der öffentliche Gesundheitssektor

Die Ursachen für den Anstieg sind vielfältig, wobei Impfstoffskepsis, geschürt von politischen Entscheidungen und persönlicher Öffentlichkeitsarbeit, eine Rolle spielen. Insbesondere Robert F. Kennedy Jr. hat Bedenken hinsichtlich Impfstoffen geäußert, was Kritik von Gesundheitsexperten nach sich zog. Darüber hinaus haben Kürzungen der Bundesmittel, besonders unter der Trump-Administration, die Reaktionsfähigkeit der Bundesstaaten erheblich beeinträchtigt, was sich negativ auf öffentliche Gesundheitsinitiativen auswirkte.

In Texas, dem Epizentrum des aktuellen Ausbruchs mit 529 bestätigten Fällen, darunter der Tod eines 8-jährigen Kindes, ist der Bedarf an Impfungen besonders hoch. Die Mehrheit der erkrankten Kinder ist zwischen 0 und 4 Jahren alt und viele sind ungeimpft oder haben einen unbekannten Impfstatus. Angesichts der alarmierenden Ansteckungsrate besteht ein dringender Bedarf, die Impfquoten zu steigern, insbesondere unter vulnerable Gruppen.

Öffentliche Gesundheitsbehörden stehen also vor der Herausforderung, Impfquoten zu erhöhen und Fehlinformationen entgegenzuwirken, während sie gleichzeitig versuchen, Ressourcen zu maximieren. In Staaten wie New Mexico und Texas werden Strategien wie kostenlose Impfkliniken und Aufklärungskampagnen eingesetzt, um speziell junge Kinder und gefährdete Bevölkerungsgruppen anzusprechen.