Im Rahmen einer festlichen Zeremonie wurde Michael Kleeberg, ein renommierter Schriftsteller, mit dem Hesse-Preis der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft Calw ausgezeichnet. Kleeberg, der seine Jugend in Böblingen verbrachte und das Albert-Einstein-Gymnasium besuchte, hat in den letzten 20 Jahren die Qualität von Hermann Hesses Schaffen in seinen literarischen Arbeiten hervorgehoben. Mit 65 Jahren stellt er damit eine wichtige Verbindung zwischen der Gegenwart und dem Erbe des bedeutenden Schriftstellers Hermann Hesse dar, der 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde und als einer der größten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts gilt.
Hermann Hesse, geboren am 2. Juli 1877 in Calw, beschäftigt sich in seinen Werken häufig mit den Themen Spiritualität und der Suche nach Authentizität. Seine bekanntesten Romane wie „Der Steppenwolf“ und „Das Glasperlenspiel“ behandeln tiefgreifende menschliche Fragen und die Ambivalenz zwischen Geist und Instinkt. Kleebergs Auszeichnung ist nicht nur eine Ehrung seiner eigenen literarischen Leistungen, sondern auch eine Hommage an Hesses bleibenden Einfluss auf die deutsche Literatur, der im Jahr 1946 mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde. Die Preisbegründung lautete: „für seine inspirierten Schriften, die in Kühnheit und Tiefe wachsen und die klassischen humanitären Ideale und hohen Stilqualitäten verkörpern“.
Kleebergs Werdegang
Der 65-jährige Kleeberg wuchs nicht nur in Böblingen, sondern auch in Friedrichshafen, Bitz und Hamburg auf. Er studierte Politologie und Geschichte an der Universität Hamburg sowie Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Kunst in Hamburg. Zwischen 1978 und 1984 arbeitete er in verschiedenen Berufen, darunter als Schauermann im Hamburger Hafen und Journalist. Diese Erfahrungen prägten seinen Blick auf die Gesellschaft und flossen in seine schriftstellerischen Arbeiten ein.
In den Jahren 1986 bis 1994 lebte Kleeberg in Paris, wo er Mitinhaber einer Werbeagentur war. Seit 2002 verbrachte er Zeit im Nahen Osten im Rahmen des Schriftstelleraustauschs Westöstlicher Diwan, was in seinem Buch „Der Idiot des 21. Jahrhunderts: Ein Divan“ von 2018 thematisiert wird. Seine Literatur, bekannt für das neuartige Experiment „Erzählplasma“, wurde in mehrere Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Französisch und Arabisch, womit er ein internationales Publikum ansprach.
Ein Ergebnis prägender Erfahrungen
Kleebergs Hauptwerk, die Karlmann-Trilogie, umfasst drei Romane, die über 14 Jahre entstanden. Diese sind „Karlmann“ (2007), „Vaterjahre“ (2014) und „Dämmerung“ (2023). Sie kombinieren Zeitgeschichte mit den persönlichen Erlebnissen des Protagonisten Karlmann. Seine Werke wurden nicht nur literarisch, sondern auch von der Germanistik intensiv erforscht.
Die Kontroversen um Kleebergs islamkritische Äußerungen während seiner Frankfurter Poetikvorlesung im Jahr 2017 zeigen, dass er auch in politischen und gesellschaftlichen Debatten eine Stimme hat. Obwohl er bis 2009 Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland war, trat er wegen mangelnder Unterstützung der syrischen Demokratiebewegung aus, was seine Position und Ansichten weiter verdeutlicht. Kleebergs beeindruckende Karriere ist somit auch von einer kritischen Auseinandersetzung mit der Welt um ihn herum geprägt.
Michael Kleebergs Auszeichnung in Calw ist ein bedeutsames Ereignis, das nicht nur für den Schriftsteller selbst, sondern auch für die Würdigung von Hermann Hesse und dessen Einfluss auf die deutsche Literatur von großer Bedeutung ist.


