Die Knorr-Bremse AG, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Bremssysteme, hat bekannt gegeben, dass sie ihren Entwicklungsstandort von Schwieberdingen nach Leonberg verlagert. Dieser Umzug, der bis Ende Februar 2026 abgeschlossen sein soll, betrifft rund 300 Mitarbeiter und ist Teil der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Der neue Standort in den Riedwiesen, zuvor genutzt von DMG Mori und der Formel D-Group, wurde aufgrund seiner wirtschaftsfreundlichen Infrastruktur und der Unterstützung durch die Stadtverwaltung ausgewählt, wie Merkur berichtet.
Oberbürgermeister Tobias Degode und der Wirtschaftsförderer Benjamin Schweizer statten dem neuen Standort bereits einen Besuch ab und sehen die Unternehmensverlagerung als eine bedeutende Stärkung des Wirtschaftsstandorts Leonberg. Degode informierte sich über die innovativen Technologien, die bei Knorr-Bremse entwickelt werden, und betonte die Wichtigkeit von Kooperationen zwischen der Stadt und ansässigen Unternehmen.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Knorr-Bremse, das 1905 in Berlin gegründet wurde und seinen Hauptsitz in München hat, beschäftigt derzeit etwa 30.500 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 7,88 Milliarden Euro. Diese Verlagerung wird als entscheidend für die Weiterentwicklung technologischer Lösungen angesehen und könnte auch positiv auf die lokale Wirtschaft wirken. Die Stadtverwaltung hat betont, dass die Ansiedlung von Knorr-Bremse ein Signal für Leonberg und die umliegenden Regionen ist.
Deutschland gilt als ein führender Wirtschaftsstandort, jedoch bringen die hohen Bürokratiekosten, exzessive Steuerbelastungen und der Fachkräftemangel Herausforderungen mit sich. Gemäß Statista belegt Deutschland im World Competitiveness Ranking 2023 Platz 22, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Effizienz der Politik rangiert auf Platz 27 von 64 Ländern, was die Notwendigkeit von Reformen unterstreicht.
- Hohe Arbeitskosten: 39,50 Euro pro Stunde (vierthöchste Kosten in der EU)
- Fachkräftemangel: 42,8% der Industrieunternehmen betroffen
- Bürokratische Belastungen: Unternehmen klagen über komplizierte Prozesse
- Hohe Steuerbelastung insgesamt: 29,94%, höchste im Vergleich zu G7-Staaten
Dennoch sieht Bernd Christian, Standort- und Personalleiter bei Knorr-Bremse, die wirtschaftsfreundliche Infrastruktur und die aktive Unterstützung der Stadtverwaltung als entscheidende Faktoren bei der Wahl des neuen Standorts. Er betont, dass die Ansiedlung auch die Entwicklung von zukunftsorientierten Technologien fördert, was für die regionale Wirtschaft von Vorteil sein könnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Knorr-Bremse mit der Verlagerung nach Leonberg nicht nur seine eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken will, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Innovationen in der Region leistet. Die Stadt Leonberg ist bereit, diese positive Entwicklung aktiv zu unterstützen und sieht in der Ansiedlung von Knorr-Bremse ein großes Erfolgspotenzial.