Der renommierten Bremsenhersteller Knorr-Bremse hat angekündigt, seinen Entwicklungsstandort von Schwieberdingen nach Leonberg zu verlagern. Bis Ende Februar 2026 wird der Umzug abgeschlossen sein und betrifft insgesamt 300 Arbeitsplätze. Der neue Standort befindet sich in den Riedwiesen, wo vorher die DMG Mori und die Formel D-Group ansässig waren. Knorr-Bremse gilt als Weltmarkt- und Technologieführer im Bereich Bremssysteme und ist seit 2018 an der Frankfurter Börse notiert.

Die Stadtverwaltung von Leonberg sieht die Verlagerung als eine bedeutende Stärkung für den Wirtschaftsstandort. Oberbürgermeister Tobias Degode besuchte das Unternehmen und informierte sich über dessen innovative Technologien. Bernd Christian, der Standort- und Personalleiter, hob die wirtschaftsfreundliche Infrastruktur sowie die Unterstützung durch die Stadtverwaltung hervor.

Bedeutung für Leonberg

Die Ansiedlung von Knorr-Bremse wird von Benjamin Schweizer, dem Wirtschaftsförderer der Stadt Leonberg, als großer Erfolg bezeichnet. Er betont die aktive Begleitung von Unternehmensansiedlungen durch die Stadt und die positiven Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. In Anbetracht der Herausforderungen, mit denen Deutschland als Wirtschaftsstandort konfrontiert ist, ist die Ansiedlung eines solchen Unternehmens besonders wertvoll.

Deutschland bietet in der globalen Wirtschaft zahlreiche Standortvorteile, darunter gut ausgebildete Arbeitskräfte und eine solide Infrastruktur. Allerdings leidet das Land unter bürokratischen Hürden, einer hohen Steuerbelastung und einem spürbaren Fachkräftemangel. Laut einer Studie der Stiftung Familienunternehmen belegt Deutschland im Subindex Regulierung den 19. Platz, während die USA den ersten Platz belegen. Diese Faktoren behindern die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Im World Competitiveness Ranking 2023 fiel Deutschland auf Platz 22, im Vorjahr noch Platz 15. Der Rückstand in den Bereichen Effizienz der Politik und die hohe Steuerbelastung spiegeln die Schwierigkeiten wider, die Unternehmen bei der Ansiedlung und dem Betrieb in Deutschland erleben. In der Privatwirtschaft betragen die Arbeitskosten 39,50 Euro pro Stunde, was die viert höchsten Kosten innerhalb der EU darstellt.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Ansiedlung von Knorr-Bremse ein positives Signal für Leonberg und die umliegenden Regionen. Die Investitionen in zukunftsorientierte Technologien am neuen Standort könnten dazu beitragen, diese ökonomischen Spannungen zu mildern und neue Perspektiven aufzuzeigen.

Besonders hervorzuheben ist die Rolle von Knorr-Bremse im wirtschaftlichen Gefüge der Region, das nicht nur durch Innovationen, sondern auch durch die Schaffung von Arbeitsplätzen wächst. Die Stadt Leonberg ist bereit und motiviert, den Weg der Zusammenarbeit mit solchen Unternehmen weiterzugehen.